Mittwoch, 9. Oktober 2013

Die erste Woche auf der Südinsel


Mit der Fähre in Picton angekommen haben wir uns gleich auf den Weg in die nächst größere Stadt gemacht; Nelson. Hier sind wir ins Short-Bread Hostel gegangen wo wir für die nächsten 3 Tage geblieben sind. Nach dem vielen Stress den wir auf dem Weg hier her und besonders in Wellington hatten konnten wir uns hier mal so richtig entspannen. Das Hostel ist eine kleine Villa, welche ziemlich Stadt-nah ist. Wir hatten unser eigenes kleines Zimmer zu viert, es gab 2 sehr saubere Badezimmer, eine kleine Gemeinschaftsküche und ein Wohnzimmer in dem Abends immer der Kamin an war.




hmm.. nom nom.  Chili con carne !
An unserem zweiten Tag hier sind wir in den nicht weit entfernten Abel Tasman National Park gefahren. Ungefähr 3 Stunden sind wir durch den Nationalpark gelaufen, bis wir dann auf unserem Rückweg, und wir waren schon fast wieder beim Parkplatz, bemerkt haben, dass wir die Autoschlüssel verloren hatten. Ich hatte die Schlüssel lose in meinem Pullover gehabt, welchen ich mir wegen der Hitze ausgezogen und mit mir rumgetragen hatte. Zudem war es auch schon später Abend und es fing schon an zu dämmern. War es erstmal dunkel hätten wir die Schlüssel mit Sicherheit nicht mehr wiedergefunden, also haben wir uns schnell auf den Weg gemacht und sind den ganzen Weg den wir gekommen waren nochmal abgelaufen. Anfangs fanden wir die ganze Situation noch ganz lustig aber schon bald haben wir den Ernst unserer Lage erkannt und wir fingen an uns Gedanken zu machen: Auto aufbrechen und irgendwie versuchen kurz zu schließen? Abschleppdienst rufen und einen Haufen Geld bezahlen? Oder die Nacht im Nationalpark bleiben und in irgendeiner Hölle schlafen bis zum nächsten Morgen bis die ersten Besucher wieder kommen? All diese Fragen schossen uns durch den Kopf, als wir die Schlüssel dann zu unserem Glück neben einem Busch am Strand wieder gefunden haben. Man waren wir erleichtert !!! Auf dem Rückweg zurück zum Hostel haben wir einige Straßenschilder mit der Aufschrift: "Attention please. Pingeons crossing!" gesehen. Ich hab mich dann später erkundigt, ob man tatsächlich Pinguine sehen kann. Dazu muss man aber weiter in den Park rein, aber vielleicht schaffen wir es ja nochmal hierher zu kommen. Dann bringen wir ein bisschen mehr Zeit mit und passen das nächste mal dann auch besser auf unsere Schlüssel auf.






Dienstag, 8. Oktober 2013

Von Cambridge bis nach Wellington

Seit meinem letzten Blog-Eintrag ist schon wieder viel Zeit vergangen und wir haben viel erlebt. Da ich euch natürlich auf dem Laufendem halten möchte nehme ich mir mal wieder ein bisschen Zeit heute Abend um euch auf den aktuellen Stand zu bringen.
Planmäßig wollten wir eigentlich schon am Montag aufbrechen, allerdings hat sich unser Kater vom Abend davor so in die länge gezogen, dass es dann irgendwann zu spät für uns war. So haben wir eine weitere Nacht in Cambridge verbracht und sind dann am Dienstag dem 01.10. losgefahren in Richtung Wellington, was unser Ziel für den heutigen Tag war.
Nach etwa 1 1/2 Stunden haben wir Halt gemacht bei den Huka-Falls, da diese direkt auf unserem Weg lagen und man hier auf jeden Fall auch mal gewesen sein muss. 
Die Huka-Falls sind ein mehrstufiger Wasserfall, welcher im Waikato-River mündet und seinen Ursprung im nicht weit entfernten Lake Taupo hat. Der Anfangs noch 100 Meter breite Fluss zwängt sich schließlich in den nur 15 Meter breiten Canyon zu den Huka-Falls, wodurch eine solche Kraft entsteht, sodass ungefähr 220.000 Liter Wasser pro Sekunde die 11 Meter tiefen Klippen hinunter geschossen werden.




Hier noch ein paar Bilder von unserer Fahrt nach Wellington:




Es war bereits dunkel als wir in Wellington ankamen. Wir waren sehr übermüdet und hatten uns nicht einmal um ein Hostel gekümmert. Als wir beim ersten Hostel, welches wir nach circa einer Stunde Suche gefunden hatten, wieder vor die Tür gesetzt wurden, weil die ausgebucht waren, ist Richard dann weiter gefahren weil ich schon ziemlich am Ende war. Der ist dann auch erstmal vom Countdown-Parkplatz falsch abgebogen, sodass wir plötzlich Geisterfahrer auf einem vierspurigem Highway waren. Zum Glück war hier nicht Verkehr und wir kamen mit einigen Hupen, Lichthupen, Ausweichmanövern und natürlich einem riesen Schrecken davon, als wir schnell in die nächste Straße abgebogen sind. 
Bald haben wir dann auch ein Hostel gefunden wo wir eine warme Dusche und ein Bett hatten und auch sofort geschlafen haben. Lennert und Richard haben, aus finanziellen Gründen, die nächsten 2 Nächte im Auto verbracht. In Nelson haben wir sonst nichts weiter gemacht, außer ein paar Sachen mit der Bank und so weiter zu organisieren und die Stadt etwas zu erkunden. Die Stadt hatte für uns allerdings nicht besonders viel zu bieten, sodass wir nach 2 Tagen in Wellington die Auto-Fähre zur Südinsel genommen haben.
Unsere erste von wohl sehr, sehr viele Spaghetti Bolognese am 2. Abend Wellington


Naturschauspiel im botanischen Garten 


Cable-Car mit Blick auf die Stadt


Der Blick von der Fähre zurück auf Wellington...

... und der Blick nach Vorne.

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Im Auenland (Hobbiton /Shire)

Unser letztes Wochenende in Cambridge war ziemlich ereignisreich, wenn man es mit den Tagen davor vergleicht. Samstag hatte Annie Geburtstag und Lennert und Ich haben für die ganze Familie gekocht. Also außer für uns 5 auch noch für Annies Eltern und für Grant. Natürlich haben wir etwas typisch deutsches gekocht und zwar Frikadellen mit Kartoffeln, Brokkoli, Rotkohl und Bratensoße - ganz nach Omas Rezept. Und zu unser Überraschung hat auch noch allen verdammt gut geschmeckt.
Sonntag Mittag kamen dann Moritz und Richard in Cambridge an und nachdem wir uns ein bisschen mit denen ausgetauscht haben sind wir am Nachmittag mit ihnen zum Hobbiton Movie Set nahe Matamata gefahren.
Schon als wir in den Tour-Bus eingestiegen sind waren uns unser Busfahrer, welcher aussah wie ein Hobbit, und unser Tour-Führer sehr sympatisch. Dieser hieß übrigens Sam aber wir durften ihn auch Samwise oder Mr. Gamgee nennen. Dann ging es los mit der 2 Stunden langen Tour durchs Auenland. Außer der beeindruckenden Filmkulisse hat uns Sam viele interessante und lustige Fakten über die Dreharbeiten erzählt, uns gezeigt wo genau welche Szene stattfindet und uns zum Schluss zum "Green-Dragon" gebracht wo wir ein richtiges Hobbit-Bier vorm knisternden Kamin getrunken haben.


Im Vordergrund Sam, Im Hintergrund Bilbo's Haus "Bag-End".
In "Der Hobbit" entscheidet Bilbo nach dem Treffen mit den Zwergen auf Abenteuer zu gehen. In dieser Szene rennt er aus seinem Haus den Hügel runter, durch den Gemüsegarten durch, springt über den Zaun und rennt schließlich durch das Tor zum Auenland. 

Dies ist das Tor durch das auch Gandalf am Anfang vom ersten Herr der Ringe Teil mit seiner Kutsche reitet.

 



Gemüsegarten mit dem Party Baum im Hintergrund wo Bilbo seinen 111. Geburtstag feiert. Nächstes Jahr, wenn alle Hobbit-Filme raus sind, hat der Baum selbst zufällig auch seinen 111. Geburtstag.



Im Vordergrund Sam's Haus und im Hintergrund der "Green-Dragon". Das gelbe Zeit links daneben kann man für Hochzeiten, Geburtstag etc. mieten.

"Bag-End"

Sam's Hobbithöhle




Im "Green-Dragon"

Ein echtes Hobbit-Bier im Green-Dragon. Das Bier wird in Hamilton gebraut und ausschließlich hier verkauft.



Mittwoch, 2. Oktober 2013

Wairere Falls

Da Lennert und Ich nun endlich ein Auto gefunden hatten, haben wir uns dann auch gleich am nächsten Tag auf die Straße gewagt um ein bisschen mehr Fahrpraxis im neuseeländischen Straßenverkehr zu haben. Vormittags sind wir nur in und um Cambridge gecruist und sind an den Lake Karapiro gefahren. Gegen Mittag haben wir uns dann auf zu den etwas weiter entfernten Wairere Falls gemacht. Vom Parkplatz aus führte uns hier ein Wanderweg in den Wald hinein. Anfangs war es noch sehr angenehm zu laufen, doch schon bald gewann der Pfad immer mehr an Steigung. Hin und wieder mussten wir den vom Wasserfall kommenden Fluss überqueren, sei es über Holzbrücken oder auch mal nur über einzelne Steine über die wir springen mussten. Entlang des Weges waren immer mehr kleine Wasserfälle an den Felswänden zu sehen je weiter wir kamen und irgendwann war der Aufweg so steil, dass nur noch Treppen weiter in die Höhe führten.



Seit langem haben Lennert und Ich uns nicht so naturverbunden gefühlt. Man konnte die verschiedensten exotischen Vogelgeräusche hören und oft mussten wir überlegen wo genau der Pfad jetzt weitergeht und wo nicht, weil dieser doch schon sehr einfach gehalten wurde, anderes als die perfekt ausgelegten Wanderwege in Deutschland. Beide waren wir ziemlich außer Atem und schon gut am schwitzen, aber wir haben gar nicht daran gedacht eine Pause zu machen, weil wir so einen Spaß hatten. Nach etwa 45 Minuten waren wir dann auch bei einer Aussichtsplattform angekommen, von der man einen atemberaubenden Blick auf die 152 Meter hohen Wairere-Falls hatte. Da uns ja ohnehin schon der Atem fehlte, könnt ihr euch vielleicht vorstellen wie wir uns in diesem Moment gefühlt haben: Der Blick war definitiv jeden einzelnen, noch so mühsamen, Schritt hierher wert; Seht selbst!
Wairere Falls mit Regenbogen





Unzählige Foto- und Videoaufnahmen, einem steifen Kiefer und zwei Paar ausgetrocknete Augen später sind wir dann weiter gewandert um auf die andere Aussichtsplattform oben am Wasserfall zu kommen. Es hat uns etwa weitere 45 Minuten gebraucht bis wir dann oben am Fluss angekommen waren. Als wir hier unseren Durst stellten und das nahezu kristallklare Wasser betrachteten, hat mich Lennert auf die Regenschauer gen Flussende aufmerksam gemacht. Auch ich musste erst zweimal hinsehen bis ich bemerkte, dass dies kein Regenschauer war sondern die Gischt vom Wasserfall welche durch den starken Wind in die Luft geblasen wurde. Ehe wir uns auch nur einen Schritt weiter gewagt haben, habe ich meinen Laptop (wollte ich nicht auf dem Parkplatz zurück lassen) und meine Kamera so tief wie möglich in meinem Rucksack vergraben um sicherzugehen, dass alles trocken bleibt. Bis auf den Sturm in den wir uns gleich hinein begeben würden war ein weiteres Problem, dass der Pfad an dieser Stelle mehr oder weniger endete. Er war nur noch ein riesiger See aus dem extrem glitschige Steine rausragten. Da wir die ganze Sache so schnell wie möglich hinter und bringen wollten, in der Hoffnung nicht komplett nass zu werden, sind wir gerannt. In anderen Worten: Wir sind von einem glitschigen Stein zum nächsten gesprungen und konnten uns wegen des unglaublich starken Windes kaum noch auf den Beinen halten. Der Wasserfall war dermaßen laut, dass wir uns gegenseitig zuschreien mussten, um den anderen vor einem besonders rutschigen Stein zu warnen. Sonst hieß es nur: GO, GO, GO ,GO !!! "Genau wie bei Man-Vs-Wild" ist uns beiden zur gleichen Zeit durch den Kopf geschossen, wie wir später festgestellt haben. Am Rande des Wasserfalls angekommen, haben wir uns zuerst Schutz in einem nahe liegenden Busch gesucht, um nicht mehr diesem Monsum-artigem Sturm ausgesetzt zu sein. Ich habe es tatsächlich geschafft einige wenige Aufnahmen zu machen ohne dass mein Handy dabei drauf gegangen ist, auch wenn man hier drauf nicht all zu viel erkennen kann.





Wie ihr oben sehen könnt sind wir also komplett nass geworden, auch wenn wir uns nur wenige Sekunden am Wasserfall aufgehalten haben. Vom Wasserfall selbst und vom Blick ins Tal konnten wir zwar nicht viel sehen, dafür konnten wir diese Naturgewalt jedoch umso besser spüren und auch hören, was uns eigentlich schon vollkommen zufrieden gestellt hat. Der Ausflug war für uns ein solcher Erfolg, dass wir uns überlegt haben nochmal hier her zu kommen, falls wir mal wieder in der Gegend sein sollten. Nächstes mal ist es ja vielleicht auch nicht so stürmisch, so wie es heute war, und wir erfahren die Wairere-Falls dann mal von einer ganz anderen Seite.