Bewaffnet mit 2 Macheten, Kettensäge, Motorsense, Beil, Hake, Schaufel und Spaten sind wir einige Tage zuvor in den Wald hinter Trevors Haus gegangen um hier einen Mountainbike-Track in die Büsche zu schlagen. Trevor ist mit der Kettensäge vorgegangen und hat alle etwas größeren Bäume gefällt. Da Max ja ohnehin gut im zerstören ist, ist er Trevor gefolgt und hat die etwas kleineren aber immer noch massiven Bäume aus der Erde heraus gerissen. Lennert und ich haben mit den Macheten Äste und anderes Gestrüpp entfernt, haben Wurzeln und Baumstämme aus dem Boden gerissen und einige Teile des Tracks mit Schaufel und Spaten eben gemacht, sodass man beim befahren nicht zur Seite hin abrutscht. Am Mountainbike-Track haben wir einige Tage lang gearbeitet bis er endlich soweit war dass wir ihn schon einigermaßen befahren konnten.
Im Allgemeinen sind wir sehr viel Mountainbike gefahren in Whangarei, da man das hier wunderbar machen kann. Einmal sind wir mit Trevor hoch auf den Mount Parihaka gefahren (der Berg auf denen auch deren Haus ist), wo sich ein Krieger Monument befindet und von wo aus man einen Ausblick über ganz Whangarei hat. Von hieraus führen mehrere professionell angelegte Mountainbike Tracks herunter, es gibt einige große Funparks und sogar einige Riesenrampen von denen die Landebahnen mit Teppich ausgelegt sind. Zwei weitere Parks gibt es unten im Tal, von denen wir den einfachen schon einige Male gefahren sind aber den schweren bisher noch nicht ausprobiert haben und es wahrscheinlich auch nicht mehr werden, da wir es mit den Rädern so weit getrieben haben und die Leute in der Fahrradwerkstatt Trevor schon auslachen weil er jede Woche wieder kommen muss. Das letzte Mal sind Max und Lennert mit den beide guten Mountainbikes runter zum Park gefahren und mussten dann von Trevor abgeholt werden, da sich beide total zerlegt hatten und Max sein Vorderrad in eine 8 verwandelt hat.
Auch Trevor hat vor kurzem etwas ziemlich aufregendes erlebt. Er hat eine junge Frau dabei erwischt, wie sie in seiner Apotheke Kosmetikartikel stehlen wollte und hat sie dann erst zu Fuß verfolgt bis sie in ein bereitstehendes Fluchtauto eingestiegen ist. Als er versucht hat das Auto zu stoppen, wurde er von dem Auto angefahren, unglücklicher Weise gegen sein Knie, was bereits beim Muscheln sammeln verletzt worden war. Trotz des Unfalles hat er nicht aufgegeben und ist in sein Auto hinter der Apotheke gesprungen und hat versucht den Fluchtwagen zu verfolgen, hat sie aber schnell verloren.
Unser Wochenende war absolut großartig! Am Freitag sind wir Abends nach Whangarei gefahren und haben hier Sam und Richard kennen gelernt. Die beiden Kiwis haben uns zu deren Wohnung eingeladen und anschließend sind wir bis am frühen Morgen in den Clubs von Whangarei gewesen. Wir hatten zwar eine richtig gute Nacht dafür waren wir aber am nächsten Morgen umso müder, als wir in aller Frühe Trevor beim packen helfen mussten bevor wir fürs Wochenende nach Pataua aufgebrochen sind. In Pataua angekommen war einfach das beste Wetter was man sich hätte vorstellen können und es waren auch, wie erwartet, viele Leute da. Den ganzen Nachmittag haben wir bei der Pataua Bridge verbracht, welche an diesem Tag voller Leute war welche am springen waren. Abends waren wir auf einer Party bei Nicola und Tanja eingeladen. Tanja ist eine alte Schulfreundin von Max und wohnt mit ihrer Familie in einer Commune außerhalb von Pataua. Ihr Freund Nicola ist Kroate mit einer ziemlich harten Vergangenheit. Er hat uns davon erzählt, dass es damals normal war immer mindestens eine Waffe bei sich zu tragen als er noch zur Schule gegangen ist. Manchmal wurde sogar mit Handgranaten in der Schule geworfen, einmal mitten in eine Menschenmenge rein, es wurde zum Glück aber niemand verletzt. Nach der Schule ist er Mitglied einer Spezialeinheit geworden und später Türsteher für einen Club in Belgrad. Er hat uns einige seiner letalen Handgriffe gezeigt und wie man jemanden so schnell wie möglich entwaffnet. Später hat er dann seine Schrotflinte aus einem Schrank geholt, welche er heute noch zum Jagen benutzt.
Eigentlich wollten wir Sonntag etwas früher aufstehen, haben dann aber wieder bis 12 geschlafen weil wir so fertig waren. Am späten Mittag haben Lennert und Ich es dann aber doch geschafft was in den Magen zu bekommen und surfen zu gehen. Wir waren mit den Longboards draußen aber die Wellen wurden nach einiger Zeit etwas größer und wir haben uns dazu entschieden Shortboards zu holen. Als wir mit den fertig gewachsten Boards wieder zurück zum Strand wollten sahen wir eine Gruppe von Leuten, welche auf der Düne stand und aufs Meer blickten. Als wir die Spitze der Düne erreicht hatten, wussten wir was die neugierigen Blicke auf sich hatten. Eine Vielzahl an Delphinen schwomm nur wenige Meter vom Strand entfernt. Immer wieder sah man die Delphine durch die Wellen blitzen mit einer unglaublichen Geschwindigkeit und wiederholt sprangen die Delphine mit einem hohen Satz aus dem Wasser heraus. Es kamen immer mehr Leute angerannt darunter auch Trevor und die anderen. Trevor hat uns gleich gesagt dass dies sehr selten ist, dass Delphine so nah an die Küste herankommen um in den Wellen zu spielen. Ich hatte hastig einige Bilder geschossen, habe dann aber Trevor meine Kamera in die Hand gedrückt um Lennert zu folgen welcher schon, voller Aufregung, ins Wasser gerannt ist. Wir waren die einzigen die sich ins Wasser getraut haben und für Max war dieses Ereignis nun auch Grund genug um aufzustehen und er ist uns ins Wasser gefolgt. Die Wellen waren relativ groß und wir konnten die Delphine plötzlich nicht mehr sehen.. Doch auf einmal schossen welche so nah an uns vorbei, dass wir sie hätten anfassen können. Natürlich waren sich die Delphine dessen bewusst, dass sie Gesellschaft hatten und waren dermaßen flink, dass wir sie ne hätten berühren können. Ich hatte sogar ein etwas mulmiges Gefühl, dass vielleicht auch ein Hai unter den ganzen Flossen ist die aus dem Wasser guckten oder dass ein Delphin uns übersehen würde und uns mit seiner Nase rammen würde. Bei der Geschwindigkeit würde das mindestens einige gebrochene Rippen bedeuten. Natürlich ist aber nichts passiert und die Delphine sind fröhlich weiter gesprungen und durch die Wellen geschwommen, sodass man sie wunderbar sehen konnte. Nach einigen Minuten sind die Delphine jedoch weiter gezogen nach links den Strand entlang. Hinterher schwimmen war selbstverständlich zwecklos also sind wir so schnell es ging zurück an den Strand um ihnen zu folgen. Nun sind wir also Kilometer lang den Strand herunter gesprintet und haben versucht mit den Delphinen mitzuhalten. Manchmal waren wir wieder auf gleicher Höhe mit ihnen aber sobald wir einige Meter rausgeschwommen sind, waren sie schon wieder viel zu weit weg.
Sonntag Abend hatten wir ein Barbeque mit Freunden von Vicki und Trevor. Nach gutem Essen und einer Sunset-Surfsession sind wir ganz spontan zum Nachbarhaus gegangen wo andere Jugendliche am feiern waren. Wir kannten zwar niemanden von den Leuten aber es scheinte kein Problem zu sein, dass wir da so aufgekreuzt waren und wir feierten alle zusammen. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen nichts zu trinken und relativ früh wieder zu verschwinden damit wir es zumindest an einem Tag schaffen früh aufzustehen um surfen zu gehen. Die Stimmung war allerdings so gut, dass wir noch lange geblieben sind bis die Party zu Ende war und wir am nächsten Tag unseren Langschlaf-rekord gebrochen haben indem wir bis 2 geschlafen haben.
| Auf dieser Bank sitzen wir tagtäglich um die Wellen auszuchecken. |
| Im besten Fall sehen die Wellen so aus ! |












