Mittwoch, 21. Mai 2014

Bangkok Dangerous

Am Samstag sind wir sehr früh aufgestanden um so viel am Tag zu schaffen wie es nur geht. Die Khoa San Road war um diese Uhrzeit vollkommen leer, alles ist voller Müll und Katzen und Hunde streunern über die Straßen um die Essensreste und anderen Müll zu essen. Es hat nicht lange gedauert bis uns ein Tuk Tuk-Fahrer zu einer "sehr billigen" Stadttour eingeladen hat. Für 200 Baht hat er uns zu unserem ersten Stopp, einer Tempelanlage und dem berühmten "Standing Buddha" gebracht. Die 14 Meter hohe Buddha Statue ragt weit über die Dächer der Tempelanlage. Mit unserem Fahrer haben wir dann zusammen an einem kleinen Stand für sehr wenig Geld eine Nudelsuppe zum Frühstück gehabt. Weiter ging es, für wieder 200 Baht, zu einem Steg an dem wir zu einer Bootstour überredet haben. Hierfür haben wir jeder 1000 Baht bezahlt und die Rundtour ging insgesamt eine Stunde. Vom Hauptfluss, an wessen Ufer viele Tempel standen, sind wir in einen kleinen Nebenfluss gefahren. Die Häuser und Holzbarraken waren hier sehr zerfallen und teilweise, auf Grund des morschen Holzes, extrem schräg. Im Fluss waren komischer Weise unglaublich viele Fische. Als wir einen Mann dabei beobachtet hatten wie es ein Stück Brot ins Wasser geworfen hatte kamen gleich an die Hundert Fische an die Oberfläche. Das ganze Wasser war plötzlich aufgewühlt und hat sich bewegt. Etwas weiter den Fluss entlang haben wir am Flussufer ein riesen Reptil gesehen, welches aussah wie eine übergroße Eidechse. Nach dem wir durch den kleinen Fluss durch waren, kamen wir wieder an den Hauptfluss, wo die Bootstour dann auch schon zu Ende war. später am Tag haben wir herausgefunden dass man für eine Bootstour normalerweise maximal 38 Baht bezahlt. Aber ich denke, dass so gut wie jeder Tourist an seinem ersten Tag in Bangkok mindestens ein mal abgezogen wird bevor man sich etwas besser auskennt und weiß wie die Leute hier ticken. Weiter ging es mit dem Tuk Tuk zu einer Touristen-Information. Wir hatten garnicht danach gefragt sondern wurden hier einfach her gebracht. Da wir aber nicht wirklich wussten was wir noch so in Thailand machen wollten und was es hier überhaupt zu sehen gibt dachten wir uns, dass eine Touri-Info eigentlich ganz gut für uns wäre um einen Plan für die nächsten Tage zu haben. In der Touristeninfo konnte allerdings kaum jemand richtig Englisch sprechen und die Frau mit der wir geredet haben war extrem unfreundlich zu uns. Als wir ihr gesagt haben, dass wir noch nicht wirklich wissen was wir hier machen können oder wollen, hat sie uns gesagt, dass Leute wie wir ihren Tag versauen und wir uns entscheiden sollen was wir machen wollen. Als die Frau uns dann tatsächlich angefangen hat zu beleidigen haben wir den Laden gleich wieder verlassen und das weite gesucht. So langsam hatten wir genug von der ganzen Sache und haben dem Tuk Tuk Fahrer gesagt er solle uns zum Siam Centre fahren. Hier hat er uns dann förmlich mitten auf der Straße rausgeschmissen und ist davon gedüst. Das Siam Centre ist eines der größten Einkaufszentren der Welt und ist extrem luxuriös. Durch einen Teil des Einkaufszentrums ist ein ganzer Fluss gegangen und im untersten Stockwerk gibt es ein riesen Aquarium mit Haien und anderen Fischen. Im obersten Stockwerk befindet sich ein riesen Kino-Komplex in dem man ein eigenes Bett mit Decke bekommt. Einkaufen können hier glaube ich wirklich nur reiche Leute. Neben Armani-Anzügen, Luis Vuitton Handtaschen und Rolex Uhren gibt es hier sogar ein Laden in dem man Maseratis kaufen kann. Irgentwie war es für uns ganz angenehm von dem ganzen Müll und Lärm der Stadt wegzukommen und hier ein wenig zu entspannen. Die meiste Zeit haben wir uns jedoch im McDonalds aufgehalten, da es hier immer schhön kühl war und es W-Lan gab. Hier haben wir etwas recherchiert und nach einem Ort gesucht zu dem wir hinwollen. Schnell haben wir heraus gefunden dass es in Thailand absolut keinen Surf gibt und dass man hier bis auf Tempel besichtigen, an die Strände nach Südthailand gehen und Party machen nicht viel machen kann. Ziemlich spontan haben wir uns dann dazu entschieden nach Indonesien zu fliegen. Als nächstes sind wir zu einem Reisebüro im Siam Centre und haben uns nach Flügen nach Bali informiert. Der Preis schien uns ein wenig hoch zu sein also wollten wir Flughafen und dort direkt bei einer Fluggesellschaft nachfragen. Weit sind wir jedoch nicht gekommen da man Lennert nicht in den Skytrain (S-Bahn) gelassen hat, weil er Barfuß war. Also sind wir zurück zur Khao San Road und zum Anzugladen zurück wo Lennert seinen Anzug-Modell probiert hat. Der Anzug war bereits ziemlich gut für ihn zurecht geschnitten worden und passte ihm ziemlich gut. Fertig würde der Anzug aber erst in ein paar Wochen sein, wir würden ihn also am Ende unseres Trips abholen. Nicht weit entfernt haben wir ein anderes Reisebüro gefunden und haben hier Flüge nach Bali schon etwas billiger angeboten bekommen. Der Preis hat uns schon besser gefallen und wir haben schon so gut wie zugesagt und gesagt dass wir heute Abend wiederkommen würden um die Flüge dann zu buchen. Kaum hatten wir das Reisebüro verlassen hat uns ein Tuk Tuk Fahrer angesprochen und gesagt er würde uns eine Stadtrundfahrt für 20 Baht geben. Lennert hatte auf Grund des Preises gleich bedenken bekommen dass der Tuk Tuk Fahrer uns in eine Gasse fahren würde und wir dort überfallen werden. Als wir beim ersten Tempel angekommen waren, wo das Tuk Tuk uns hingebracht hat, hat Lennert sich dann gleich umgeschaut ob es einen zweiten Ausgang gibt um zu fliehen und war am überlegen über die Mauer der Tempelanlage zu flüchten. Glücklicherweise haben wir dann aber einen Einheimischen getroffen welcher uns ein Reisebüro empfohlen hat, welches wesentlich seriöser und billiger sein soll als die ganzen Touri-Abzocken. Von unserem Tuk Tuk Fahrer haben wir uns dann gleich als nächstes zu dem Reisebüro fahren lassen und sind auch tatsächlich dort angekommen anstatt in einer dunklen Gasse zu landen. Hier sind wir auf sehr nette Leute getroffen, welche auch fließendes und gutes Englisch sprachen. Einer der beiden Angestellten kam aus Neuseeland und hat uns gleich ein paar Tipps zum surfen in Indonesien gegeben aber uns auch gewarnt vor den vielen Riffs, den großen Wellen und den starken Strömungen. Einige seiner Kumpels seien kürzlich erst aus Indonesien wieder gekommen und hatten überall am Körper Schürf- und Fleischwunden von den Corallenriffen. Der andere Angestellte war ein Inder welcher in den USA studiert hat und desswegen auch perfekt Englisch spricht. Bei ihm haben wir uns dann nach einem Flug nach Bali erkundigt und ein noch weit aus billigeres Angebot bekommen. Da die Preise aber jeden Tag variieren können haben wir gleich zugeschlagen und die Flüge gebucht. Da das Reisebüro dadurch keinen Profit von uns gemacht hat sondern uns nur aus reiner Freundlichkeit geholfen hat haben wir gleich noch eine Tour in einen Nationalpark für den übernächsten Tag dazu gebucht. Weiter ging es mit dem Tuk Tuk. Die Stadttour war hiermit allerdings beendet und das Tuk Tuk hat uns nun tatsächlich in eine dunkle Seitengasse gefahren. Hier war ein kleiner Anzugladen versteckt, welcher der Sponsor des Tuk Tuks war. Nun wurde uns also bewusst warum der Preis für die Stadttour so billig war. Es scheint hier echt hinter jeder Sache ein Hacken zu stecken. Man hat uns also in den Laden hinein geführt und hat uns erstmal ein Bier gegeben und uns einen Sitzplatz angeboten. Man war mal wieder übertrieben freundlich zu uns, jedoch auch eine gespielte Art, und es war für die gleich eine Selbstverständlichkeit dass wir auch tatsächlich einen Anzug kaufen wollten und man hat uns gebeten eine Farbe auszusuchen. Wir haben gleich gesagt, dass wir keinen Anzug brauchen und auch nicht das Geld dafür haben aber die Leute haben immer mehr auf uns eingeredet und uns richtig in die Enge gedrückt. Irgendwann haben die so absurt lächerliche Angebote gemacht, dass sofort klar war wie schlecht die Qualität sein muss. Ich musste fast anfangen zu lachen als einer zu mir meinte: "If you dont like Suit, we give you double the money back". Außerdem sollten die Anzüge ganze 5 Jahre Garantie haben und wenn der Anzug in Deutschland kaputt ginge könnten wir einfach ein Bild davon machen und es dem Laden per E-mail zu schicken und man würde uns dann einen neuen Anzug umsonst nach Hause liefern lassen... Natürlich. Nach weiterem Verneinen wurden die Leute dann plötzlich extrem unfreundlich. Man hat uns gesagt, dass wir nur gekommen wären um umsonst Bier zu bekommen, sie haben uns in deren Sprache beleidigt und man hat uns gesagt dass wir deren Tag vermiest haben. Wie schon so oft zuvor haben wir empört den Laden verlassen. Unser Tuk Tuk vor der Tür war plötzlich verschwunden und es war mittlerweile dunkel geworden. Die Leute aus dem Laden sind und nach draußen gefolgt, haben weiter auf thailändisch geflucht und sich eine Zigarette angesteckt. Als wir gefragt haben wo unser Tuk Tuk sei, haben die gesagt dass es nur tanken ist. Wir haben den Leuten natürlich kein Stück mehr vertraut und ich habe meine Feuste schon geballt gehabt aus Angst dass man uns gleich versuchen würde auszurauben. Ein Mann, welcher angeblich der Chef gewesen sein soll, hat uns dann nochmal in den Laden reingedrängt um uns nochmals ein besseres Angebot zu machen, weil wir "very good friend" waren. Und nochmals haben wir nein gesagt und sind wieder hinaus gegangen. Nun war zum Glück auch unser Tuk Tuk wieder da und der Mann hat uns nach Hause gefahren. Nach so vielen Erfahrungen an unserem ersten Tag in Bangkok waren wir verdammt erschöpft und sind nach einer Mahlzeit auch gleich schlafen gegangen.

Vom betrügerischen Tuktuk-Fahrer am frühen Morgen aufgegriffen

Standing Buddha - Der Buddha leuchtet schon während es unter den Dächern noch dunkel ist.

Die Füße sind alles was man unter den Dächern sehen kann


Nudeln als einfaches aber billiges Frühstück

Mehr Fische als Wasser...

Snacks und kühle Getränke vom Händlerboot


Siam Center

Lennert im Anzugladen

Khao San Road bei Nacht

Ankunft in Bangkok

Mit einem riesen Schädel, roten Augen und ner Fahne bis nach Meppen haben wir es tatsächlich mit unserem ganzen Gepäck bis zum Flughafen geschafft. Und von hier war alles sehr einfach und angenehm. Da wir mit Virgin Australia geflogen sind war der Transport für unsere Surfboards vollkommen umsonst! Wenn das mal nicht eine hammer Fluggesellschaft ist. Am Flughafen haben wir uns dann was für den Magen geholt und konnten in aller Ruhe auf unseren Flieger warten. Der Flug nach Bangkok hat etwa 6 Stunden gedauert, welche wir natürlich so durchgeschlafen haben sodass wir dann auch sehr schnell da waren.
Der Flughafen in Bangkok war riesig! Aus dem Flieger ausgestiegen mussten wir erst einmal eine gute Weile laufen bis wir bei der Immigration angekommen waren. Unser erster Eindruck hier am Flughafen war jedoch sehr negativ. Die meisten Leute waren hier sehr unfreundlich und die wenigsten, beziehnungsweise eigentlich niemand konnte hier richtig Englisch sprechen. Und das am Flughafen? Vom "Land des Lächelns" haben wir hier am Flughafen zumindest erst einmal nichts mitbekommen. Bei der Immigration hat man uns gefragt wo wir für die Nacht bleiben. Wir hatten noch nicht wirklich einen Plan wo wir schlafen würden und der Mann hat uns dann tatsächlich nicht durchgelassen. Ich habe ihn dann einfach den Namen einer Straße genannt, welchen ich einmal irgendwo zufällig aufgegriffen hatte. Die Khao San Road, eine der vielen Partymeilen in Bangkok, wo sich wohl die meisten Touristen rumtreiben. Das hat ihm dann auch gereicht und wir durften weiter zum Gepäck-Abholen gehen. Hier kam dann das nächste Problem als wir unsere Surfboards abholen wollten. Hierfür hatten wir extra eine Rechnung bekommen, welche bewies dass die Surfboards uns gehören, welche wir natürlich gleich vorgezeigt haben. Das hat dem Personal hier aber irgendwie nicht gereicht und als wir versucht haben mit denen Englisch zu sprechen haben sie sich nur wieder gegenseitig angeguckt und auf Thai geredet. Nach langem Warten und immer wieder Fragen hat es dann endlich doch geklappt. Beim Verlassen des Flughafengebäudes haben wir dann zum ersten Mal die unglaubliche stickige, schwüle und heiße Luft von Bangkok gefühlt. Es war Abends und die Sonne bereits fast untergegangen und trotzdem waren es noch 38 Grad. Die Hitze und das schwere Gepäck hat uns zu schaffen gemacht also haben wir uns so schnell wie möglich vorm Flughafen ein Taxi gesucht um uns zur Khao San Raod fahren zu lassen. Mit dem Taxi sind wir dann auf einer 8-spurigen Straße immer tiefer in die Hochhäuserschluchten von Bangkok hinein gefahren. Dies war ein ziemlich beeindruckender kleiner erster Eindruck der Stadt. Der Himmel war auf Grund des Sonnenuntergangs rot erleuchtet. Vorbei an im Smog liegenden Wolkenkratzern, goldenen Tempeln und zwischendurch immer wieder kleinen Holzhütten am Straßenrand in dem die vielen Einwohner Bangkoks wohnten. Besonders stark ist uns auch gleich der Straßenverkehr aufgefallen. Die Straßenmarkierungen werden nicht beachtet, sodass aus einer 4-spurigen Straße schnell mal 6 oder 7 Spuren werden. Autos sind meistens viel zu schwer beladen und nicht gesichert und oben drauf sitzen meistens noch eine Hand voll unterbezahlter Arbeiter. Die Schnellstraße in die Stadt hinein war wie eine Rennstrecke. Jeder versucht hier irgendwie zu überholen, besonders die vielen Roller und Motorräder finden ihren Weg überall hindurch. Als wir endlich bei der Khao San Road angekommen waren hat der Fahrer dann ein Tuch vom Amaturenbrett abgezogen, wo drunter das Taximeter versteckt gewesen war. Wir mussten 800 Baht für die Fahrt bezahlen, mit Taximeter wär es sicherlich deutlich weniger gewesen. Mit all unserem Gepäck mussten wir uns dann unseren Weg durch die Menschenmengen auf der Koah San Road bahnen. Die Straße ist voller betrunkener, hauptsächlich junger, aber auch alter Leute. Außerdem wird man alle paar Meter wieder von verschiedensten Händlern angequatscht, welche dich in eine Bar oder Restaurant reinlocken wollen, dir ein Taxi oder Tuk Tuk andrehen wollen, oder dir verschiedenste Sachen wie in Ballons abgefülltes Lachgas, gefakte Sonnenbrillen, Klamotten und Schmuck verkaufen wollen oder dir eine Ping-Pong-Show andrehen wollen. Bars und Clubs sind hier dicht aneinander gereiht die Musik dröhnt hier 24/7. Besonders ist mir eine Bar aufgefallen, welche mit dem Spruch "Extra strong drinks. WE DO NOT CHECK ID !" Werbung gemacht haben. Außerdem zerren die ganze Zeit kleine Kinder an dir und versuchen dir Rosen zu verkaufen. Es ist verdammt schwer die kleinen Kinder loszuwerden und endet meistens damit das die kleinen einen Boxen oder beißen und sich dann den nächsten zum nerven suchen. Ebenso schwer los zu werden sind die vielen Lady-Boys, welche dich darum bitten ihnen einen Drink zu spendieren und dich danach fragen ob sie mit zu deinem Hotel dürfen. Essen bekommt man überall, wenn man jedoch Geld sparen will geht man zu einer der Garküchen auf der Straße, wo es unter anderem Pad Thai, Crepes, Kebabs oder auch Stände mit gerösteten Marden, Kakalaken, Spinnen und Skorpionen gibt. Am anderen Ende der Straße haben wir dann ein für uns geeignetes Hotel gefunden, in einer kleiner Seitengasse, Abseits des ganzen Lärms. Für unser Zimmer bezahlen wir hier 500 Baht pro Nacht und haben unser eigenes Badezimmer, Ventilator und Klimaanlage und einige Kakalaken als unser privates Haustier inklusive. Nachdem wir uns im Zimmer etwas entspannt haben und uns geduscht haben, sind wir noch einmal losgezogen und über die Khoa San Road gestreift. In einer Parallelstraße haben wir uns von Anzugverkäufern anquatschen lassen und Lennert hat sich auch gleich einen anfertigen lassen. Sie haben seine genauen Maße genommen und er hat sich verschiedene Stoffe und Farben ausgesucht. Den Anzug hat er schon angezahlt und morgen soll er dann schon das ungefähre Modell anprobieren können. Mir waren die Händler zu aufdringlich und ich habe bei ihnen nichts gekauft. Anschließend sind wir auch gleich zurück zum Hotel. Die Klimaanlage haben wir Nachts dermaßen aufgedreht, sodass wir unter den hauch-dünnen Bettdecken gefroren haben und unsere Schlafsäcke rausgeholt haben.

Mittwoch, 14. Mai 2014

Byron Bay

Bevor wir tatsächlich in die Stadt Byron hinein kamen haben wir etwas außerhalb beim "Paradise 1" gehalten. Der Besitzer hat irgendwo in Asien irgendwie sehr viel Geld gemacht, frag mich nicht wie, und hat ein, auf einem Berg gelegendes, Luxushotel aufgekauft und zu dieser Kommune umgebaut. Das Grundstück ist ein riesiges tropisches Paradies und der Besitzer nutzt einen Golfcart um darauf herum zu fahren. Das Hauptgebäude ist ein altes Gebäude des Hotels und auch der Pool ist noch da. Heute wohnen hier nun also eine menge Hippies die ihr Essen hier selbst anpflanzen und alle eine Art große Familie bilden. Außerdem gibt es noch sehr große Pläne für diese Kommune. Im Moment plant man einen kompletten Tempel aus Holz zu bauen, welcher zum Meditieren dienen soll. Der Grund warum Zac hierher wollte war zum einen weil er einen Platz zum schlafen gesucht hatte und als Gegenleistung hier arbeiten wollte und zum anderen weil er sein altes Auto hier zurück gelassen hatte. Am Auto musste so viel repariert und erneuert werden dass es sich für Zac nicht mehr gelohnt hat und er es lieber für ein paar hundert Dollar verkaufen wollte um für einen Bus zu sparen. Nun wollte er noch einige Wertsachen (Gewürze, Shea-seeds etc.) aus dem Auto holen, aber da der Schlüssel verloren gegangen war hat er sein Auto mal eben aufgebrochen, indem er die Fahrertür einfach so weit verbogen hat bis er mit seinem Arm hinein passte und die Tür von Innen öffnen konnte.

Weiter ging es nach Byron in die Stadt hinein. Byron Bay hat eine extrem schöne Innenstadt. Es gibt vieles leckeres Essen, wie Eisdielen, Dönerläden, Pizzerien und natürlich einen Aldi, wieder wahnsinnig viele Surfläden und Klamottenläden und eine große Anzahl an Clubs und Bars. Rings um die Stadt herum gibt es eine Vielzahl an Stränden und Surfspots. Wir haben uns mit unserem Van auf einen Parkplatz direkt am Strand gestellt. Die ersten Nächte waren wir hier die einzigen aber nach einigen Tagen kamen immer mehr Leute die diesen Parkplatz für sich entdeckt hatten. Zac und noch viele andere Leute haben im Wald neben dem Parkplatz geschlafen. Zac hatte hier vor einigen Monaten schon einmal ein Camp aufgebaut, welches glücklicherweise immer noch da war. Ein paar andere Leute haben hier in Zelten und Hängematten geschlafen. Dazu gehörte neben Zac ein Israelisches Paar, ein deutsches Paar und Heath, ein etwas durchgeknallter Typ, mit dem wir uns aber ganz gut verstanden haben. In Byron war immer etwas los. In einer der ersten Nächte hat die Stadtbekannte Raggae-Night in der Gingerpig-Bar stattgefunden. Der Eintritt war frei und der Laden auf Grund der guten Livemusik proppe voll. In dieser Nacht haben wir auch die Freunde von Zac kennengelernt, auf wessen Hochzeit er eingeladen war und wir nach diesem Abend dann auch. Die Hochzeit hat direkt am nächsten Tag am Strand stattgefunden. Die Zeremonie haben wir aber leider verpasst, da wir nicht wussten an welchen Strand die Hochzeit stattfand also sind wir erst am Abend zu der Afterparty in der Buddah-Bar gegangen. Dies war eine nicht weniger verrückte Nacht als die davor. Sonst waren wir Abends immer sehr oft im Stadtpark am Strand, wo auch immer was los war. Jeden Abend haben wir Straßenkünstler Feuershows gezeigt und am Nachmittag standen hier Zirkusinstrumente wie Jonglierbälle, Einräder, Hoola-Hoop und vieles mehr frei zum üben zur Verfügung. Im Park hat man immer die verrücktesten Leute getroffen, welche meistens Einheimische waren. Ein Typ hatte immer Kopfhörer in den Ohren, auch wenn irgendwo anders Musik lief oder er sich versucht hat mit jemanden zu unterhalten und hatte immer ein verrücktes Grinsen im Gesicht. Es gab aber auch sehr traurige Persönlichkeiten, wie zum Beispiel das Mädchen welches immer nur an einer Flasche Kleber geschnüffelt hat, die in ihrem Ärmel versteckt war. Sie hat fast nie ein Wort gesprochen aber angeblich ist ihr Vater ein hohes Tier bei den Hells Angels. Am Strand waren jede Nacht immer viele Lagerfeuer, um welche zusammen Musik gespielt wurde und zusammen gefeiert wurde.
Nach dem wir nun seit einigen Tagen problemlos auf dem Parkplatz am Strand schlafen konnten, wurden wir eines Morgens von Rangern geweckt. Diese waren gar nicht gut drauf und haben uns anstatt ner Warnung gleich eine Fine von jeweils 110 Dollarn gegeben. Außerdem haben sie uns damit gedroht unsere Surfboards wegzunehmen wenn sie uns hier noch einmal sehen sollten. Wir waren nicht die einzigen die diesen Morgen ein Ticket bekommen haben. Auch unsere Nachbarn hatten eins bekommen, haben sich aber trotzdem dazu entschieden noch eine Nacht hier zu schlafen da sie am nächsten Tag eh weiter wollten. Sie haben einfach alle Fenster von ihrem Van verdeckt und die Türen abgeschlossen und so getan als ob niemand im Van schlafen würde. Der Ranger kam am nächsten Morgen natürlich wieder und hat für gut 15 Minuten mit seiner Taschenlampe durch die Fenster geleuchtet und wütend gegen die Tür gehämmert. Zum Ende soll er noch gerufen haben dass er einen Abschleppwagen anruft, aber das war zum Glück dann doch nicht passiert. Wir wollten lieber gleich auf Nummer sicher gehen und uns einen neuen Schlafplatz suchen. Die erste Nacht sind wir bis nach Lennox Heads, in den nächsten Ort gefahren. Wir sind erst wieder bei Nacht aufgebrochen sind also mal wieder im dunkeln gefahren und diesmal wär es uns tatsächlich fast zum Verhängnis geworden. Mitten auf der Straße saß ein Kangaroo und hat sich auch nicht von der Stelle bewegt. Ich bin voll in die Eisen gegangen uns hab es gerade so geschafft an dem Tier vorbei zu fahren. Nicht weniger leicht wurde es bei Dunkelheit einen guten Schlafplatz zu finden. Nach langer Suche haben wir einen Parkplatz direkt an einem See gefunden. Dieser Platz hat uns natürlich gefallen und wir waren auch zu müde um weiter zu suchen. Am nächsten Morgen, mal wieder von den Rangern geweckt worden, haben wir dann bemerkt dass wir direkt neben einem Campingplatz standen. Auffälliger ging es wohl nicht. Zum Glück haben uns die Ranger diesen Morgen wieder nur weggeschickt und wir sind zurück nach Byron. In der nächsten Nacht sind wir an der Buddahbar vorbei eine kleine Straße in einen Wald rein gefahren und dieser Platz war endlich sicher. Bis zum Ende konnten wir hier stehen bleiben ohne wieder verscheucht zu werden und der Platz war auch noch sehr Nahe der Stadt.
Der Surf hat in den letzten Tagen unseres Australien-Aufenthalts etwas nachgelassen, also sind wir mit Heath zusammen in den nicht weit entfernten Ort Nimbin gefahren um noch ein bisschen mehr von Australien zu sehen. Nimbin ist ein sehr schöner kleiner Ort in dem nur Hippies leben. In einem kleinen Laden im Ort haben wir eine Frau kennengelernt, welche aus Emden kommt und nun seit einigen Jahren in Australien lebt. Die ersten 5 Jahre war sie hier illegal, dann hat sie die Staatsbürgerschaft bekommen und lebt nun seit dem hier in Nimbin. Ihre Tante ist sogar Auricherin. Was ein Zufall. Nach unserem Tagestrip haben wir uns noch auf eine Wiese gesetzt um den Sonnenuntergang zu beobachten. Auf dem Feld vor uns saßen 2 Kangaroos. Als ich jedoch näher kommen wollte um ein Bild zu machen sind sie davon gehüpft. Als wir da dann so im Gras saßen und der Sonne bei untergehen beobachtet haben, ist Lennert plötzlich aufgesprungen und hat auf eine große schwarze Schlange gezeigt, welche nur wenige Meter von uns entfernt war und sich uns langsam näherte. Schnell sind wir wieder in unseren Van und sind zurück nach Byron gefahren. Viel mehr Zufall als die Emderin, die wir in Nimbin getroffen hatten, war, dass wir 2 Auricher Mädchen aus unserem Jahrgang getroffen hatten. Und das unabhängig von einander am gleichen Tag. Marthe und Helen wussten also nicht einmal voneinander dass sie beide in Byron waren. Helen war zuerst mit einem anderen Auricher am reisen, irgendwann hatten sie sich aber zerstritten und sie reist seitdem alleine. Marthe war für einige Monate in Melbourne wo sie gearbeitet hat und einen Australier kennengelernt hat mit dem sie jetzt zusammen rumtourt. Einen Tag später haben wir von den beiden über Facebook gehört, dass sie ihren 4WD-Geländewagen im Meer versenkt hatten, mit fast all ihren Wertsachen drinne.


Nimbin

Strand in Byron

Das Camp im Wald

Heath in seinem "Onesie"

Die 3 Wochen in Australien waren viel schneller um als erwartet. Byron Bay und die Leute hier war uns, wie fast jeder Ort wo wir bisher waren, richtig ans Herz gewachsen, aber irgendwann muss man eben immer Abschied nehmen. Zurück ging es also nach Sydney. Am ersten Tag sind wir wieder bis nach Port Macquire gefahren, weil wir von diesem Ort wussten dass man hier sicher schlafen konnte und es hier einen Aldi gab. Auf der Weiterfahrt Richtung Sydney, kam nun nach fast 3 Wochen, ohne einmal den Ölstand oder Kühlwasser gecheckt zu haben (und das sollte man jeden Morgen und bei jeder Tankstelle machen), was einfach kommen musste. Die Temperaturanzeigen sprangen plötzlich aus dem normalen bereich in einen sehr hohen Bereich. Überall im Van waren Warhinweise angebracht, dass wenn der Motor eine bestimmt Temperatur erreicht oder sogar überschreitet man sofort anhalten soll. Das haben wir auch getan und haben mitten auf dem Highway auf dem Seitenstreifen angehalten. Wir haben den Motor abgestellt und haben die Zeit um ihn abzukühlen für ein Nickerchen genutzt. Als wir nach einer halben Stunde weiter fahren wollten, sind die Anzeigen sofort wieder ganz nach Oben gesprungen. Wir haben die nächste Abfahrt von Highway genommen und zu unserem Glück war hier eine Werkstatt! Zusammen mit dem Mechaniker haben wir den Ölstand gecheckt. Mit großen Augen hat der Mann auf den Messstab geguckt und hat sich mit dem Wort "Jesus" einfach nur verstört von uns abgewendet um Öl zu holen. Auf dem Messstab war kein bisschen Öl zu erkennen. Der Mechaniker meinte, wenn wir nur einige Meter weiter gefahren wären, wär uns der Motor in die Luft geflogen. Nach wieder auffüllen des Öls hat der Motor aber immer noch überhitzt und wir sind gleich wieder zur Werkstatt umgekehrt. Der Mechaniker hat noch mal einen genaueren Blick auf den Motor geworfen und bemerkt dass unser Fanbelt gerissen war. An einer Telefonzelle haben wir die "Wicked"-Helpline angerufen und man hat uns gesagt dass wir den Schaden reparieren lassen sollen, uns eine Rechnung schreiben lassen sollen und von ihnen dann das Geld zurück bekommen werden. Die Reparatur hat etwa 100 Dollar gekostet und 1 Stunde gedauert, bevor wir weiter fahren konnten. Nach Sydney haben wir es heute, auf Grund der Komplikationen, nicht mehr geschafft, also haben wir noch in einem Ort "The Entrace" gehalten und hier wieder bei einer I-Site übernachtet. Wie abgemacht waren wir am Dienstag Nachmittag pünktlich zurück beim Wicked-Händler um den Van zurück zu geben. Hier haben wir uns direkt noch einen Staubsauger ausgeliehen um den Van aufzuräumen um so einer 200 Dollar Fine zu entgehen. In den letzten zwei Tagen in Sydney sind wir zu dem beiden Stränden "Bondi Beach" und "Manly" gegangen um hier noch ein letztes mal zu surfen. Bondi war überraschend gut Manly allerdings ziemlich schlecht. Am Mittwoch Abend waren wir mit ein Paar Leuten aus unserem Hostel bowlen und mit den selben Leuten waren wir dann am Donnerstag Abend am Kings Cross feiern. Lennert hatte ein wenig zu viel und dem entsprechen war dann auch der Kater den er am nächsten Morgen um 6 hatte, als wir aufstehen mussten um unseren Flug nach Bangkok zu bekommen.
 

Roadtrip nach Byron Bay

Wir hatten es also tatsächlich so geschafft, wie wir gehofft hatten. So schnell es nur ging waren wir aus Sydney raus, hatten einen Van in dem wir schlafen konnten und wir hatten unsere Surfboards! Was möchte man mehr? Wir waren also auf dem Weg Richtung Norden, hatten aber noch nicht wirklich eine Vorstellung wo wir hinwollten, bis wir durch New Castle gefahren sind. Am Straßenrand vom Highway stand ein Hitchhiker, welcher uns sehr sympatisch aussah und wir haben ihn mitgenommen. Sein Name war Zac und er kommt aus einer kleinen Stadt, welche sich mitten in einem Nationalpark in der Nähe von Sydney befindet. Zac ist ein richtiger Hippie und die gelassenste und enspannteste Person, die ich jemals getroffen habe. Zac lebt auf der Straße, und verdient sein einziges Geld mit basken. Auf der Straße spielt er Digeridoo und widmet sich dem Beatboxen. Wenn er an einem Tag mal kein Geld macht, hat er einfach mal nichts zu essen, aber das stört ihn auch nicht weiter. Er lebt zudem auch extrem Gesund. Er ist hauptsächlich Sachen aus einem Health-Store oder Früchte welche er irgendwo gepflückt hat. In seinem Rucksack, hat er außer Klamotten, eine kleine Plane unter der er Nachts schläft, einen winzigen Kochtopf, einen Spreaker und Mikrofon zum Beatboxen, einiges an Essen wie reines Kakaopulver, Reis, viele Gewürze und Shea-Seeds (Samen welche den Hunger stillen, wenn man sie mit Wasser trinkt, und eine Termoflasche, welche durch einen Filter jedes Wasser trinkbar macht. Zac war auf dem Weg zu einer Hochzeit von einem Freund in Byron Bay. Da wir bereits vorher gehört hatten, dass dies eine Surfer-Stadt sein soll, ähnlich wie Raglan in Neuseeland, haben wir ihn gesagt, dass wir ihn bis zum Ziel nach Byron bringen werden. Byron war jedoch noch relativ weit entfernt also haben wir uns dazu entschieden ein paar Stops auf dem Weg einzulegen. Neben unserem Gepäck und Surfboards hat es Zac also hinten in unserem Bus bequem gemacht und hat uns mit seinem Digeridoo und ein wenig Beatboxen überraschend gut unterhalten. Momentan wird es schon sehr früh dunkel in Australien (ca. 6 Uhr) und ich war auch schon müde vom fahren also haben wir im nächsten großen Ort, Port Macquire, Direkt am Town-Beach haben wir eine I-Site gefunden, wo auch einige andere Campervans standen, also haben wir uns einfach mal dazu gestellt. Während Zac sein Camp auf einer Wiese aufgeschlagen hat, haben wir uns Abendessen hinten in unserer kleinen Küche im Van gekocht. Überall um uns herum in den Bäumen konnten wir Papageien beobachten. Als es dunkel wurden kamen zudem noch Fledermäuse, welche jedoch viel größer waren als welche in Deutschland. Als wir am nächsten Morgen aufgestanden sind, sind wir bevor wir aufgebrochen sind noch surfen gegangen. Es waren ziemlich gute Wellen, jedoch waren viel zu viele Leute im Wasser. Nach der Surfsession am Morgen sind wir noch zu einem Koala-Krankenhaus gefahren, welches das einzige in der ganzen Welt ist. Hier konnten wir einige Koalabären beobachten, was jedoch nicht all zu spannend war, da sie den ganzen Tag nichts anderes machen als zu essen, zu schlafen und sich am Hintern zu kratzen. Weiter ging es nach Yamba, wo angeblich auch guter Surf sein sollte. Für heute war es jedoch schon zu spät da es schon wieder dunkel war als wir ankamen und wir uns gleich einen Schlafplatz gesucht haben. Am nächsten morgen wurden wir zum ersten Mal von einem Ranger geweckt. Zum Glück hat er Zac in seinem Zelt nur eine Warnung gegeben und uns hinfort geschickt. Als wir aus der Stadt raus waren haben wir an einem Zuckerrohrfeld gehalten und uns einige Stangen abgebrochen um diese zu essen. Es schmeckt einfach nur nach Zucker und wir geben dann doch lieber ein paar Cent bei Aldi für deutlich besseres Essen aus, aber für jemanden wie Zac ist das eine ganz gute Alternative. Weiter bis nach Byron Bay war es nun nicht mehr weit, also sind wir so durch gefahren. Kurz vor Byron kamen wir durch eine Polizeikontrolle. Natürlich war es nicht erlaubt, dass eine weitere Person hinten auf unserem Bett saß. Zac hat sich unter all unserem Kram hinten vergraben und wir hatten auch Glück und wir konnten weiter bis nach Byron fahren.



Papagaien


Frühstück

Unser Van

Koala-Hospital

Zac wird vom Ranger geweckt

Zuckerrohr als zweites Frühstück



Off to Aussie

Nach diesen grandiosen letzten zwei Wochen nach unserem Job in der Raffinerie hieß es nun Abschied nehmen von Neuseeland, den Hollings und unseren Freunden hier. Als wir in den letzten paar Tagen bei der Bank waren, um hier heraus zu finden wie wir am besten unser Geld mitnehmen können, haben wir einen der Ingenieure von der Raffinerie wieder getroffen, welcher uns witziger Weise erzählt hat, dass am Marsden Point momentan alles drunter und drüber geht, weil einer der Hydrocracker kaputt war und einige Pipes am lecken sind. Unsere Crew hat also gute Arbeit geleistet. Außerdem haben wir uns für viel Geld noch eine Reisetasche für unsere Surfboards gekauft um in Australien und vielleicht auch in Asien weiter surfen zu können. Vicki's Verwandter Chris, welcher sich auch schon um unser Auto gekümmert hatte, hat uns Angeboten uns nach Auckland zum Flughafen zu bringen, da er auf Grund seines Courier-Jobs eh jeden Tag nach Auckland zum Flughafen muss. Nachdem Wir Trevor uns Vicki noch einmal kräftig gedrückt haben, hat uns Trev dann zur Poststation gebracht wo wir Chris getroffen haben. Auf den 3 Vordersitzen bequem gemacht und mit unserem Gepäck im Laderaum des Lieferwagens sind wir dann gegen Abend nach Auckland aufgebrochen um hier unseren Flug ins nächste Abenteuer zu nehmen; Australien.
Bis auf die hohen Kosten für unsere Surfboards hat alles wunderbar geklappt und wir waren schneller als gedacht in Sydney angekommen.
Ohne einen wirklichen Plan wie es jetzt weiter geht haben wir uns ein Tagesticket für die Bahn gekauft und uns Richtung Central aufgemacht um ein Hostel zu finden. Da wir nun eher an das Leben am Strand und in der Natur gewöhnt waren, haben wir uns nicht besonders Wohl gefühlt in Sydney. Die Menschen waren hier sehr unfreundlich, alles war in Eile und da man uns, mit all dem Gepäck, eindeutig als Touristen identifizieren konnte, wurden wir alle paar Meter von Leuten vor Reisebüros angequatscht ob wir Trips mit denen buchen wollen, und das immer auf eine unglaublich übertriebene gespielte freundliche Art. Als uns dann ein weiterer Mann am Kings Cross angesprochen hat, ob wir etwas buchen wollen haben wir uns bei ihm beraten lassen um einen Van zu mieten. Da es im Moment Saison war (Ostern) waren alle bis auf einen einzigen Van vergeben und zudem auch noch wesentlich teurer als normal. Da wir nur 3 Wochen in Australien hatten und so schnell wie möglich aus Sydney raus wollten haben wir uns dazu entschieden einen Van zu mieten und unseren eigenen Weg dort hin zu finden wo es uns am besten gefällt. Nachdem wir den Tag nun noch voller Stress damit verbracht haben uns hier zurecht zu finden und noch Sachen mit der Bank zu regeln, haben wir den Rest des Tages damit verbracht mit unserem Tagesticket eine Fähre durch den Hafen von Sydney zu nehmen. Vorbei an den beiden wohl bekanntesten Bauwerken Australiens, der Harbour Bridge und dem Opera House hat uns die Fähre ans ganz andere Ende von Sydney nach Manly gebracht. Genau wie auch sonst überall in Sydney waren wir hier etwas verloren und sind etwas verwirrt herum gelaufen, bis wir endlich auf uns etwas sehr vertrautes getroffen sind, und auch Lenny, dem Sydney überhaupt nicht gefallen hat, wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte; Es war eine Aldi-Filiale. Zeit für ein Großeinkauf à la Knoppers, Nutella, Nugat-Bits und was das Herz sonst noch so begehrt. Auf der Rückfahrt zurück in den Hafen von Sydney war es bereits dunkel und der Blick auf die beleuchtete Harbour Bridge und das Opern-Haus war wirklich großartig. Sich ein Tagesticket für Bus,Bahn und Fähre zu kaufen hat sich also auf alle Fälle gelohnt.








Am nächsten Morgen sind wir relativ früh aufgestanden, denn unser Plan war erst den gemieteten Van abzuholen und dann zurück zum Hostel zu fahren und alles einzuladen um uns die ganze Schlepperei zu ersparen. Der Van-Verleih war in Mascot und wir haben hier etwas länger her gebraucht als gedacht war. Beim Wicked-Händler hat dann aber alles wie geschmiert geklappt. Wir haben den etwas happigen Preis von 1800 AUD bezahlt, uns wurde erklärt wie alles am Van funktioniert und auch bestimmte Regeln wurden uns erklärt, wie zum Beispiel dass das fahren bei Nacht strengstens untersagt ist, wegen der vielen Kangaroos auf den Straßen, dass man nicht betrunken oder unter sonstigen Drogeneinfluss fahren soll, das man täglich Wasser und Öl checken soll und einiges mehr. Eingehalten wurde von uns davon natürlich nichts und wurde uns auch zum Verhängnis, aber dazu später mehr...
Als alles abgeklärt war, haben wir uns auf in den Concrete-Dschungel Sydney gemacht um schnellst möglich zum Hostel zurück zu kehren, denn wir hätten auch schon vor einigen Stunden auschecken müssen. Die Schaltung des Vans war auf jeden Fall ziemlich gewöhnungsbedürftig und die Fahrt wurde auch ziemlich holprig und stressig, da wir auch noch darauf achten mussten, die Straßen zu vermeiden auf denen man Maut zahlen mussten. Trotzdem haben wir es erstaunlicher Weise problemlos zum Hostel geschafft. Stinksauer hat man uns gesagt, dass wir unsere Sachen so schnell es geht packen sollen und verschwinden sollen bevor wir für noch eine weitere Nacht zahlen müssen. So taten wir es auch, haben unsere Sachen gegriffen und in den Van geschmissen und haben uns aus der Stadt heraus, über die Harbour-Bridge aus den Staub gemacht in Richtung Freiheit.



Dienstag, 29. April 2014

The Shutdown

In der Woche bevor der Job in der Öl-Raffinerie begann hatten wir 3 Inductions an denen wir teilnehmen mussten. Die erste Induction war im TOLL-Rugby-Stadium von Whangarei. Hier haben wir das erste mal einen gewissen Eindruck davon bekommen wir viele Leute für solch einen Shutdown benötigt werden. Der ganze Parkplatz des Rugbystadiums war komplett besetzt. Es war sogar ein kleiner Stau in der Richtung aus der wir auch kamen. In den ganzen Fahrzeugen die angefahren kamen haben wir bereits einige bekannte Gesichter wiedererkannt, von Leuten die ebenfalls für Adecco arbeiten. Selbst eine ganze Motorradgang kam auf den Parkplatz gefahren, mit Gangzeichen auf ihren Lederjacken und Tattoos in ihren Gesichtern. Generell hatten wir aber den Eindruck bekommen, dass wohl ein Großteil der Arbeiter hier schon mal im Gefängnis war, Rugby spielt oder in einer Gang war oder noch ist.
In einem Versammlungsraum im TOLL-Stadium haben wir dann einen Fragebogen in die Hand gedrückt bekommen und haben auf einem der Sitze vor der Bühne platz genommen. Nun kamen die Bosse des Shutdowns auf die Bühne und haben uns den Job noch einmal detailliert erklärt und uns immer wieder erzählt wie gefährlich es ist in einer Raffinerie zu arbeiten und wie viel Wert sie auf unsere Sicherheit legen würden. Nachdem jeder der etwa 5 Typen auf der Bühne uns ungefähr immer das gleiche erzählt hatte mussten wir nun den Fragebogen ausfüllen und das zu 100% korrekt. Das hat sich aber als extrem einfach herausgestellt, da uns mit einer Powerpointpräsentation die Antworten auf der Bühne vorgegeben wurden und wir also nur zuhören mussten. Zusätzlich sind dann noch mehrere Leute durch die Stuhlreihen gegangen um sicher zu stellen, dass auch alle die richtigen Felder ankreuzen. Als wir dann in einer Tabelle die verschiedenen Sicherheits-Absperrbänder mit den dazu gehörenden Gefahren verbinden mussten, hat man uns mehrmals darauf hingewiesen dass die Anordnung der Kästchen auf unserem Blatt nicht der auf der Powerpointpräsentation entspricht. Um es uns noch mehr zu erleichtern hatte man die zueinander gehörigen Kästchen auf unseren Fragebögen nun genau gegenüberliegend gemacht, sodass wir nur einen geraden Strich vom linken zum rechten Kästchen ziehen mussten. Trotzdem haben wir unseren Nachbarn dabei beobachtet wie er das Muster von der Powerpointpräsentation 1-zu-1 abgemalt hatte und somit alles falsch gemacht hatte, was nur ging. Unser Gefühl dass wir von Idioten umgeben waren verstärkte sich immer mehr, und wir fingen langsam an zu schmunzeln. Als uns dann einige Sicherheitsvideos gezeigt wurden, welche dermaßen lächerlich waren konnten wir uns nicht mehr zusammenreißen und uns kamen vor lachen die Tränen. 

Die nächsten 2 Inducitons haben sich mit der richtigen Verwendung von Gasmasken befasst. Das erste Training ging nur um das richtige Aufsetzen und Überprüfen von normalen Filtermasken. Das zweite Training war schon in der Feuerwehrstation der Raffinerie selbst und wir haben gelernt wie man BA-Masken an einen Sauerstoffschlauch anschließt und richtig benutzt. Nach dem Training, welches am Sonntag Nachmittag war, haben wir noch Klamotten und Essen für die Arbeit eingekauft und sind dann früh ins Bett um Fit für unseren ersten Arbeitstag zu sein. 
Am Morgen sind wir um 5 Uhr aufgestanden, haben um 6 das Haus verlassen um zum Fuß des Mount Parihaka zu laufen wo uns unsere Fahrgemeinschaft, Iain, um halb 7 abgeholt hat und uns zur I-Site gefahren hat wo der Bus um 7 dann zur Raffinerie abfuhr. Um diese Zeit ging die Sonne meistens gerade auf und auf den Feldern außerhalb der Stadt lag fast jeden Morgen noch ein Nebelschleier. Eine halbe Stunde später dort angekommen sind wir mit unseren elektronischen Karten in die Sicherheitsgates eingecheckt. Nun hatten wir immer noch genug Zeit für einen Kaffee oder Tee im Pausenraum bis wir um 8 mit einem Shuttle in den Kern der Raffinerie gefahren wurden.
Nachdem wir nun beim "Pizzahut" angekommen waren mussten wir nur noch am Control-Room vorbei laufen zu den Hydrocrackern, was unser Haupt-Einsatzgebiet war. Der Control-Room hat dickere Wände als jeder Bunker und ist wohl der sicherste Ort Neuseelands, sodass hier, im Falle einer Katastrophe, immer noch gehandelt werden kann. Die Hydrocracker sind 4 unterschiedlich hohe, zylinderförmige Türme in welchen sich verschiedene Arten von Katalysatoren befinden. Die Hauptarbeit des Shutdowns bestand nun darin, die Katalysatoren aus den Türmen zu entladen, die Türme von Innen zu reinigen und anschließend wieder neu zu befüllen. Es wurde sowohl unten am Boden als auch oben auf den Hydrocrackern gearbeitet und da man nur über eine Treppe auf die Türme hinauf kam, standen überall auf der Raffinerie verteilt Kräne um Säcke mit Katalysatoren oder andere Sachen auf die Türme hinauf zu heben. Uns wurde gesagt, dass sich so ziemlich jeder einzelne Kran der kompletten Nordinsel sich im Moment in der Raffinerie befand. Von der Spitze der ca 50 Meter hohen Türme, von wo man übrigens einen atemberaubenden Blick auf die umgebende Landschaft hat, haben wir einmal die uns sichtbaren Kräne gezählt. Wir konnten 23 zählen, wovon jeder einzelne wöchentlich 900.000 Dollar kosten soll. Da jeder einzelne Tag an dem die Raffinerie still steht allerdings Millionen an Verlust bedeutet, steckt die Firma so viel Geld wie notwendig darein, um möglichst schnell wieder in Betrieb gehen zu können. Das haben wir auch daran bemerkt, dass viel zu viele Arbeiter angestellt wurden als eigentlich notwendig sind, nur um sicher zu gehen, dass immer ausreichend da sind. Die meisten Arbeiter standen den ganzen Tag rum und haben statt der 12 Stunden vielleicht 2 davon richtig gearbeitet. So erging es uns auch in den ersten paar Tagen, da alles, wie man es in Neuseeland ja kennt, mal wieder vollkommen unvorbereitet war und unsere Supervisor nicht wirklich wussten was sie mit uns anstellen sollten oder wir noch auf irgend etwas warten mussten bevor wir anfangen konnten.
Jeden Morgen haben wir uns nun um kurz nach 8 mit der ganzen Gruppe bei den Hydrocrackern getroffen und mussten jeden Morgen die selbe Prozedur erneut durchgehen. Tagtäglich mussten wir ein kleines Heft durchgehen, in dem noch einmal mögliche Gefahren, die nächsten Versammlungspunkte, die Windrichtung, die nächste Augendusche, der nächste Feueralarm usw. aufgelistet werden mussten. Nachdem wir die ersten Tage nun so ziemlich mit dem nichts-tun verbracht hatten, fingen wir dann Mitte der ersten Woche endlich damit an die Hydrocracker nach und nach zu entladen. Dies wurde meist zu dritt oder zu viert gemacht. Einer hat dabei die Katalysatoren aus einer Socke heraus in Säcke abgefüllt, die anderen beiden haben neue Säcke und Paletten angeschafft und haben den erstem auch immer wieder geholfen. Alle waren dazu verpflichtet Gasmasken und extra Overalls zu tragen, und das nicht nur des Staubes wegens. Die Person, welche den Nitrogen-Schlauch in den Sack schieben musste, musste sogar volle BA-Ausrüstung tragen, da man beim Einatmen von Nitrogen sofort innerlich ersticken würde. Dummer Weise war der Hahn am Nitrogen-Schlauch dermaßen unangemessen angebracht dass er beim wieder heraus ziehen aus dem Sack immer wieder voll aufgedreht wurde und der Schlauch dann wegen des Drucks unkontrolliert durch die Luft wirbelte. Nicht ungefährlich.
Immer mal wieder mussten wir auch oben auf den Hydrocrackern arbeiten und hier die Leute assistieren, welche von hier in die Türme abgeseilt wurden um sie von Innen zu säubern. Dies ist wohl einer der gefährlichsten Jobs auf der Raffinerie und man brauch eine extra Ausbildung, welche extrem teuer ist. Das gleicht sich dann aber auch sicher wieder damit aus mit dem, was diese Männer damit verdienen hier jeden Tag ihr Leben zu riskieren. Mit voller Schutzkleidung und Atemmontur sind die Arbeiter dann ins Loch gestiegen, und immer waren mindestens zwei weitere am hole um ihn im Notfall so schnell wie möglich raus zu ziehen. Eine weitere Person saß an einer Art Funkstation aus welchen Lautsprechern man das Atmen der Person hören konnte welche sich im Turm befand.
Ab und zu wurden wir auch bei der "Catterie" eingesetzt, wenn bei den Hydros mal nichts zu tun war. In der Catterie werden die Säcke mit den Katalysatoren gelagert und wir mussten hier LKW's beladen, Fässer vorbereiten oder die Säcke mit riesigen Planen abdecken um die Katalysatoren vor kommenden Regen zu schützen.
Zum Ende des Shutdowns hin wurden einige der Arbeiter, darunter auch Lennert und Ich, zu den Reformern verlegt. Hier mussten wir Pipes mit Katalysatoren befüllen und dabei sehr genau arbeiten da sie mit genau der richtigen Menge befüllt werden mussten.

Neben den Fahrerinnen für die Shuttle, Holly, Pips und Ani waren die beiden Tee-Ladies im Pausenraum und Ants, welche PPE in den Containern aushändigte, so ziemlich die einzigen Frauen in der Raffinerie. Der Rest der Meute waren hauptsächlich große und besonders starke Arbeiter. Nicht weniger besonders waren aber Lennert und Ich auch nicht, da wir die einzigen deutschen waren und auch die einzigen die auf einem Work&Holiday Visa in der Raffinerie angestellt wurden. Das führte dazu dass wir sehr schnell große Bekanntheit gewannen und als die "two Germans" a.k.a Lenny Walters und Joe Joe bekannt wurden. Und genau das hat mir am meisten an diesem Job gefallen; Wir haben hier so viele unglaublich nette und interessante Persönlichkeiten kennen gelernt und haben die Chance dazu bekommen mitten in der neuseeländischen Arbeitergesellschaft zu stecken. Anders als wohl die meisten anderen "Backpacker", welche sich zum größten Teil in Hostels aufhalten, wo es nur so von deutschen wimmelt, oder Berufen nachgehen wo man auch eher nur wenige echte Neuseeländer kennen lernt, konnten wir Freundschaft mit vielen Einheimischen, und darunter besonders vielen Maoris, gewinnen und so einen tiefen Eindruck in die neuseeländische Kultur haben.
Unser wohl besten Freunde die wir hier gemacht haben waren Tukarangi (Tuks), Sonny Rapana, Thomas, Pierre, Matt, Larz und viele andere.
Nicht nur von unsren Arbeitskollegen sondern auch von unseren Supervisorn haben wir immer mehr erfahren. Von unsrem breit gebauten, glatzköpfigen Supervisor "Leon" bei den Reformern haben wir erfahren dass er mal Mitglied der gefährlichsten Gang Neuseelands, dem Mungrel Mob, war. Von Tama, einem der Supervisors an den Hydrocrackern, haben wir erfahren, dass er und sein Zwillingsbruder mehrere Jahre hinter Gittern saßen, weil sie mit 12 Tonnen Marihuana gebusted wurden, welches die größte jemals gefundene Menge in Neuseeland ist. Diese beiden sind wohl das perfekte Beispiel dafür, dass wirklich jeder hier in der Raffinerie arbeiten kann, egal was man für eine Vergangenheit hat. Hauptsache man hat Ahnung von dem was man macht und kann gut mit anpacken.
Immer wieder sind spannende Sachen während der Arbeit passiert welche ein wenig Abwechslung in den Tag gebracht haben. Des öfteren kam es vor das der Gas-Alarm ausgelöst wurde und sofort zum nächsten Versammlungspunkt evakuiert werden musste, da gefährliche Gase ausgetreten sind. Dann kam es mal vor das eine Drogen-Razzia gemacht wurde und jeder einzelne nach Schichtende mit Drogenhunden beschnuppert wurde. Auch geklaut wurde viel und immer wieder wurde uns von unseren Chefs davon berichtet. Einmal wurden die Schließfächer im Pausenraum aufgebrochen ein anderes mal wurden 25 Teekessel entwendet und wurden nie wieder gesehen. Einmal wurde ein Pärchen in der Nachschicht dabei erwischt wie sie es heimlich irgendwo getrieben hatten, beide wurden natürlich fristlos gekündigt. Gekündigt wurden auch Leute welche sich anders falsch verhalten haben, wie Tiriti, welcher dachte er hätte das Sagen unter den Arbeitern oder Iain, unser ehemaliger Fahrer, welcher sich mit allen gestritten hatte und sich nur über die Arbeit beschwert hat. Da waren wir aber auch irgendwie froh drüber, dass Iain gefeuert wurde, da er immer wie ein Verrückter gefahren ist.

Nach etwa 3 Wochen schwerster Arbeit wurden dann die ersten Leute gekürzt, da nicht mehr genügend Arbeit da war. Die erste Welle hatten wir überstanden und konnten noch einige Tage weiter Arbeiten, die zweite jedoch nicht mehr und unser komplette Tische wurde entlassen. Wir vermuten das lag daran, weil die Tee-Ladies sich immer beschwert hatten, dass unser Tisch immer der dreckigste im Pausenraum war.
Auch wenn wir die Arbeit in der Raffinerie sehr genossen haben und gerne noch ein paar Tage länger gearbeitet hätten, war ich auf der anderen Seite auch sehr erleichtert es nun hinter mir zu haben. Nach den 2 Wochen welche ich komplett durch gearbeitet hatte, konnte ich langsam merken wie ich langsam sehr müde wurde und auch mein Körper es nicht mehr mit machte(Rückenbeschwerden, kein Gefühl mehr im linken Zeh).
Dreckiges Gesicht nach einem Arbeitstag
Umso mehr haben wir nun noch die zwei Wochen genossen die uns noch blieben und haben so viel wie möglich mit unseren Freunden von der Arbeit gemacht. Mit Matt sind wir für einige Tage nach Pataua rausgefahren zum Surfen, Pierre hat uns zur Jagd mitgenommen,sind so ungefähr jeden zweiten Tag feiern gegangen,haben einige Male bei Tuks im Vorstadtghetto übernachtet, was auch seine Erfahrung wert war, und sind alle zusammen Paintball spielen gegangen.
Pataua Bar am frühen Morgen





Dienstag, 1. April 2014

"Shippies"

Der Job in der Öl-Raffinerie war mittlerweile, nach einigen Bewerbungsgesprächen, E-mails, Telefonaten und einem Drogentest, feste Sache und rückte nun immer näher. Mittwochs und Freitag hatten wir bereits 2 Work-Inductions und eine weitere sollte noch diesen Sonntag geschehen. Wir hatten also noch ein letztes Wochenende frei bevor wir anfingen zu arbeiten und wollten dieses mit surfen verbringen, was sonst ;D 
Am Freitag Abend waren die Wellen ziemlich stark und auch relativ groß, sodass wir beide ziemlich viele Wellen bekommen haben. So eine gute Surf-Session wie an diesem Abend hatten wir seit langem nicht! Wir hatten unsere Campsite direkt am Strand und haben wie in guten alten Zeiten wieder im Auto geschlafen. Am Abend haben wir auch gleich Bekanntschaft mit einigen Nachbarn geschlossen und wurden zu ein paar Bier eingeladen, was ganz passend war da es Lennerts Geburtstag war. 
Am nächsten Tag war so gut wie kein Swell da, aber es gab genug andere Sachen zu tun. Nachmittags fand ein Festival auf unserem Campingplatz statt. Besonders viel zu sehen gab es hier allerdings nicht. Das beste war noch, dass uns eine Maori-Familie einen Haufen Donuts ausgegeben hat bei ihrem Stand "Deadly Donuts". Viel interessanter als das Festival waren die vielen Motoräder und Quads welche wir den Strand herunterfahren gesehen haben über die Felsen zu einem anderen Strand. Diese Felsformation links vom Strand, welche durch einen Vulkanausbruch entstanden war, dient mehr oder weniger als Straße. Viele Motorräder, Quads und SUV's haben diesen Weg genommen um zu den Dünen am anderen Strand zu kommen, um fischen zu gehen oder Muscheln zu sammeln. Mit einem Auto wie unserem wäre das aber definitiv nicht machbar gewesen, da unser Auto ja eh schon immer mal wieder, auf Grund seiner Tiefe, auf der Straße aufsetzt. Als wir gerade dabei waren ein Van dabei zu beobachten, wie er von einem SUV vom Strand abgeschleppt werden musste kam eine Reihe von LKW's die Schotterstraße zum Strand herunter gefahren. Aus Spaß haben wir gesagt, dass es sich wohl um "Beach-Road"-Trucker handeln muss (Anlehnung an die TV-Show "Ice-road-Truckers"), hätten aber nie gedacht, dass die Trucks tatsächlich den Strand entlang fahren würden. Noch erstaunter waren wir als die Trucks dann auch noch die Felsstraße zum anderen Strand herüber genommen haben. Typisch Kiwis dachten wir uns dann nur. Später haben wir erfahren dass die Trucks Viehtransporte waren und auf den Weg zu einer sehr abgelegenen Farm waren. Nun haben wir uns auch auf den Weg über die Felsstraße gemacht ( natürlich ohne unser schönes Auto) um an die dahinter gelegenen Sanddünen zu gelangen. Wie wir schon erwartet hatten, hatten die Motorcrossbike- und Quad-Fahrer hier ihren Spaß indem sie versucht haben bis an die Spitze der Düne zu gelangen. Nach dem wir sie dabei für eine ziemlich lange Zeit beobachtet hatten haben wir nun einen einzigen gesehen der es tatsächlich schaffte. Etwas später haben wir eine Gruppe Jungs getroffen, welche Buggieboards und Snowboards dabei hatten um damit die Dünen herunter zu surfen. Wir haben uns natürlich gleich der Gruppe angeschlossen und sind ihnen zu den Dünen gefolgt. Das herunter surfen hat einen ziemlichen Spaß gemacht, trotzdem waren wir der Meinung dass es immer noch nicht wert gewesen war sich die Mühe zu machen und die Düne hinauf zu steigen. Keine einzige Wolke war am Himmel und der Aufweg war jedes mal so unglaublich anstrengend, dass man sich es vorkam als wäre man mitten in der Sahara, sodass man nach jedem Ride nach unten erstmal wieder Wasser in sich hinein pumpen musste. 
Am Abend haben wir uns die Angel von unserem Nachbarn ausgeliehen und haben unser Glück im Angeln probiert. Natürlich ohne großen Erfolg. Schnell wurde uns kalt und langweilig und es wurde auch dunkel, also sind wir zurück zum Campingplatz gegangen und hier mit weitern Bieren in Entfang genommen wurden. Heute war nämlich der Geburtstag unseres Nachbarn.
Nachdem wir uns am nächsten morgen bei allen verabschiedet hatten und noch eine Ladung Cornflakes in uns hinein geschaufelt hatten (was neben Bier unsere einzige Nahrungsquelle an diesem Wochenende war) sind wir dann relativ früh zurück nach Whangarei gefahren.

Hundertwasser-Toilets auf dem Weg nach Shipwreck Bay in Kawakawa. In Whangarei soll bald ein Hafengebäude gebaut werden, welches den letzten noch nicht umgesetzten Bauplänen von Hundertwasser entspricht. Das Projekt soll 14 Millionen kosten, 12 Millionen wurden bereits durch Spenden erzielt.

Ein weiteres der vielen Mosaik-Kunstwerke in Kawakawa

Die Straßenbeleuchtung / Wegweiser - auf kleinen Händen und Füßen stehend

Einer Häuserwand in einer Nebenstraße 

Endlich angekommen an der Shipwreck Bay

Der Campingplatz direkt am Meer

Der Hund von der Rezeption ist uns hinterher gelaufen, also hat Lennert ihn in Form eines Wettrennens zurück gebracht.

Dieses und noch weitere Shipwracks, welche wir aber nicht gefunden haben, geben dem Strand seinen Namen.

Die Felsstraße, teilweise mit tiefen Schlaglöchern und Spalten versehen, und bei Flut vollkommen unter Wasser: Wer zu spät ist kommt also erst in einigen Stunden wieder zurück.

Sunset-Session

Motor-Cross und Quad beim Versuch die Düne zu erklimmen

erste Versuche die Düne zu surfen - Stürze blieben nicht aus

Das sieht doch schon viel besser aus ! Nach dem dritten Versuch auf dem Snowboard sind allerdings beide Fußstrappen gerissen, welche mit Nägeln ins Brett gehämmert waren.

Wasser in der Wüste? Das muss eine Fatamorgana sein.

Unser Versuch zu angeln: Sieht zwar ziemlich professionell aus, war jedoch genau das Gegenteil...