Samstag, 18. Januar 2014

"The Fat Cat"

Wir hatten so ziemlich das schönste Neujahr was wir uns hätten vorstellen konnten. Unser einziges Problem war jetzt, dass wir mal wieder kein bisschen Geld übrig hatten. Aber wir waren hier mehr als zufrieden, denn unsere Unterkunft und die Leute die hier wohnten waren alle sehr nett.
"The Fat Cat" ist an sich ziemlich klein, besonders wenn man diesen Campingplatz mit "Solscape" in Raglan vergleicht. Es gibt ein Hauptgebäude indem sich zwei Schlafzimmer, Küche und Bad befinden, das Wwoofer-Gebäude, einen Zeltplatz, ein Baumhaus, zwei Wohnwagen und ganz viel Gemüsegärten und viele ökonomische Spielereien. Hierzu gehören eine Solardusche, eine selbst beheizbare Badewanne, eine selbst-betriebene Waschmaschine und vieles mehr.

Das Hauptgebäude: Gerade aus gehts in die Küche und rechts kann man den Anbau sehen, welcher als Wohnzimmer diente.

Dies ist der Zeltplatz mit einer Feuerstelle und dem Baumhaus im Hintergrund. Seit langem wird das Baumhaus von Possums und anderen Tieren bewohnt. Normalerweise gehen heute nicht mehr viele Leute ins Baumhaus, aber erst kürzlich hat sich ein Franzose dazu entschieden im Baumhaus zu wohnen und musste dann jeden Nacht mit den Possums um seinen Schlafplatz kämpfen. Früher wurden hier wohl viele Partys gemacht einmal sogar mit über 20 Leuten.. angeblich.

Einer der vielen Obst- und Gemüsegärten

Die selbstbetreibbare Waschingmaschine - Die Benutzung ist komplett umsonst !

Das Wohnzimmer. Teilweise gehalten von Bäumen. Innen drin ist ein Kamin, umgeben von ausgebauten Autositzen.

Waschbecken im Wald

Die kleine Wohnwagensiedlung. 

Solardusche

Die selbst-beheizbare Badewanne. Funktioniert ganz einfach: Man muss lediglich ein Feuer unter der Badewanne legen und dann 2 Stunden Warten bis sich das Wasser erwärmt hat. Schon einige Male hat sich das Feuer auf den umliegenden Holzfußboden ausgebreitet, es ist aber nie was passier da immer genug Wasser zum löschen da war.

Die folgenden Tage nach Silvester konnten wir nicht besonders viel machen, da eigentlich nur bis 2 Tage nach Neujahr public holidays waren, sicher aber immer alle Leute bis Ende der Woche frei nehmen. So läuft das eben in Neuseeland. Die meisten Geschäfte hatten also anstatt 2 Tagen eine ganze Woche geschlossen und auch Züge und Busse sind nicht gefahren, weil die Fahrer sich noch Urlaub genommen hatten. Wir hatten also kaum noch Geld und auch so gut wie kein Benzin mehr, also haben wir uns dazu entschieden Fahrräder beim Campingplatz auszuleihen, was auch sehr preisgünstig ist. Das ganze kostet nur 3 Dollar für den ganzen Tag, und man soll 20 Dollar als Pfand da lassen. Da wir aber nicht solche Unmengen an Geld besaßen, durften wir unsere Personalausweise zurücklassen. Wir mussten nicht lange fahren bis wir erschließen konnten, warum der Fahrradverleih so wahnsinnig billig war: Die Fahrräder waren komplett scheiße. Ich kam mit meinem Fahrrad noch relativ klar, aber Lennert war mit seinem rosa Kinderfahrrad nicht ganz so zufrieden. So haben wir uns also aufgemacht und sind die die 20 Kilometer entfernte Stadt gefahren... auf Kinderrädern... in der prallenden Sonne.. zwischendurch mit extremen Steigungen.. und das ganze Barfuß! Wir waren kaum losgefahren von Campingplatz bis wir auf die erste richtig befestigte Straße kamen und auch mitten auf dieser fuhren anstatt auf dem Fahrrad weg. Natürlich war sofort ein Auto hinter uns und da es steil Bergauf ging und wir uns mit den Fahrrädern zu Tode getrampelt haben waren wir mit der Situation etwas überfordert. Das ganze führte dazu, dass der Autofahrer aus seinem Fahrzeug ausstieg und sich mit Lennert anlegte, da er ihn nicht vorbei gelassen hat. Der Mann hat nur geflucht und drohte Lennert mit der Faust bis er von seiner Frau zurück ins Auto gerufen wurde und wir konnten nichts anderes als uns tot zu lachen. 
Als wir nach etwa 2 Stunden in der Stadt angekommen waren, wollten wir uns um einen Job bemühen, kamen damit aber nicht besonders weit, da immer noch alles geschlossen hatte. Stattdessen haben wir uns also ein bisschen Auckland angeguckt. Es ist eigentlich eine echt schöne Stadt. Wir kamen durch einen riesen Park, es fahren sehr schöne, altmodische Straßenbahnen herum, es gibt einen sehr beeindruckenden Hafen mit riesen Schiffen und die Metropole mit den ganzen Hochhäusern, besonders dem Skytower ist sehr beeindruckend. 
Anschließend haben wir nochmal unsere letzten Centstücke zusammen gekratzt und noch einige Leute im Supermarkt angeschnorrt und haben dann noch mal einen richtige Großeinkauf gemacht: Ein Paket Toastbrot, eine Dose Tomatensoße und eine Packung Nudeln.. Das sollte für die nächsten Tage reichen. Der Rückweg war noch mal um einiges anstrengender als der Hinweg, da wir schon sehr erschöpft waren und es mehr Bergauf ging als auf dem Hinweg.. Über 3 Stunden haben wir gebraucht bis wir wieder beim Campingplatz waren. 




Die nächsten Tage mussten wir den absoluten Sparmodus einlegen, so lange bis mein Weihnachts-und Geburtstagsgeld endlich auf meinem Konto ankam. Zum Glück konnten wir den Deal machen, dass wir erst im Nachhinein für die Unterkunft in "The Fat Cat" bezahlen, trotzdem hatten wir aber kein Geld mehr und haben uns sogar auf in die Mall gemacht um unter anderen die Reste von anderen Leuten zu essen. Zum Glück waren es nur einige Tage bis wir wieder Geld hatten, und wir konnten unser Auto wieder betanken und konnten uns mal wieder ne Kleinigkeit gönnen
Mit 3 anderen Freunden von Campingplatz und 2 Surfbretter beladen sind wir dann am Wochenende zum Piha-Beach gefahren - einer der wohl berüchtigsten Strände in Neuseeland. Auf dem Weg nach Piha ging es ziemlich steil Bergauf und Berg ab und mit so vielen Passagieren + der beiden Surfboard war unser Auto ziemlich am kämpfen, besonders am Ende der Strecke, wo es ziemlich lange und steil Bergab ging, hatte ich das Gefühl dass die Bremsen nicht mehr all zu gut funktionieren und es hat auch ziemlich gestunken.
Piha Beach ist bekannt als einer der gefährlichsten Strände Neuseelands. Die Strömung hier ist unglaublich stark, es gibt viele Felsen an den Seiten des Strandes und weiter hinten sie die Wellen auch ziemlich groß und stark. Auf Grund der täglichen Unfälle und Rettungsaktionen die es hier jeden Tag gibt, gibt es auch eine Fernsehserie, "Piha Rescue" welche ausschließlich über diesen Strand berichtet.
Der Strand war, wie wahrscheinlich jeden Tag, ziemlich gut besucht und wir mussten lange um einen Parkplatz kämpfen. Als wir dann endlich einen hatten haben wir zugesehen so schnell wie möglich ins Wasser zu kommen, da man sich auf dem schwarzen Sand die Füße verbrannt hat. Lennert und Iwo haben zuerst unsere Surfboards ins Wasser genommen und sind rausgepaddelt.
Iwo wohnt auch bei uns auf dem Campingplatz und ist einer sehr interessante Person. Er war mal eine etwas längere Zeit in Asien und wir vermuten, dass er seitdem etwas hängen geblieben ist auf irgendeiner Lebensphilosophie. In Südafrika hat er mal über einige Monate lang alleine im Wald gewohnt, hat sich dort ausschließlich durch Jagen und das Sammeln von Früchten ernährt und hat sich sein eigenes kleines Lager mitten in der Natur gebaut. Im Moment ist er am Hungern, da er der Meinung ist, dass dies seinem Körper gut tut. Er hat also seit Tagen Kaum etwas gegessen. Außerdem erzählt er immer wieder davon wie er Meditiert. Am Tag zuvor hat er eine besondere Art von Meditation gemacht, bei der man einfach ins Blaue läuft und dabei darauf achten muss das keine Bewegung deines Körpers unbewusst ist. Anfangs bewegt man sich verdammt langsam und das muss auch ziemlich komisch aussehen, aber mit der Zeit wird das immer flüssiger und schneller. Er kommt dann in einer Art Trance-Zustand und nimmt überhaupt nicht war wohin er läuft. Etwas merkwürdig..
Lennert und Iwo sind also rausgepaddelt und es hat nicht lange gedauert bis die Strömung sie erfasst hat und sie weg vom Strand getrieben hat. Weiter hinten wurden die Wellen auch immer größer und bald konnten wir die beiden schon nicht mehr sehen. Sofort waren aber auch schon 2 Lifeguards immer Wasser und sind in die Richtung der beiden gefahren. Wir konnten also nicht viel mehr machen als abzuwarten bis die beiden wieder da sind oder eben nicht. All zu viele Sorgen haben wir uns aber nicht gemacht, da die beiden ja kräftig sind und auch schon Lifeguards unterwegs waren. Als ich dann da so gewartet habe und am Strand rumstand ist mir ein Mann aufgefallen, welcher mir ziemlich vertraut vorkam. Ich habe ihn nur von hinten gesehen, aber ich wusste dass ich die Person kannte und als ich so um ihn herum gelaufen bin und sein Gesicht gesehen haben, konnte ich meinen Augen kaum glauben.. Es war Max Stracke! Als er mich dann eben so verwundert angeguckt hat wie ich ihn sind wir uns in die Arme gefallen und er hat mich all seinen Freunden vorgestellt. Er ist er am Abend zuvor in Neuseeland angekommen um hier auf die Hochzeit von seinem Kumpel Joel zu gehen. Hier am Piha-Beach haben sie nun Junggesellenabschied gefeiert und hatten alle Tütüs an. Leider mussten die auch bald schon wieder weiter und Lennert war immer noch nicht wieder aufgetaucht. Max hat mir gleich angeboten mit ihm zusammen nach Whangarei zu fahren und für einige Zeit mit seiner früheren Gastfamilie den "Hollings" zu leben. Lennert kam dann auch irgendwann wieder als Max schon wieder gegangen war. Lennert und Iwo waren abgetrieben und an einen anderen Strand gespühlt worden und mussten dann mit samt Surfboards über einen Strand über eine Berg klettern um zurück an den Strand zu kommen. Als ich ihm von Max erzählt habe und seinem Vorschlag haben wir uns schnell dafür entschieden morgen mit Max zusammen nach Whangarei zu fahren.

Crowded Piha-Beach

Blick vom Berg

Dieser Ort war auf der anderen Seite des Berges. Die Wellen sind hier mit voller Wucht durch den Felsspalt hindurch geschossen. Viele Leute haben sich hier auf den Boden gesetzt und auf eine Welle gewartet die einen dann komplett weggespült hat.

Die Brandung an den Felsen links und rechts war enorm

Auch durch diesen Felsspalt kam das Wasser hindurch geschossen



Ein Kameramann vom PIha-Rescue Team versucht heraus zu finden was genau vorgefallen ist -  Eine Frau war in die Strömung gekommen und wurde gegen die Felsen gedrückt. 

Dienstag, 14. Januar 2014

Projekt: Hobbithöhle

Aus finanziellen Engpässen mussten wir Solscape ja nun früher verlassen als geplant, um einiges von dem Geld wieder zu bekommen. Wir konnten uns nun also keine Unterkunft mehr leisten und auch nicht mehr viel Lebensmittel, also haben wir uns dafür entschieden an einem Landscaping-Project teilzunehmen, was eine Art Couchsurfingangebot war, welches wir auf dem Noticeboard vom örtlichen Supermarkt gefunden hatten.
Neil und seine polnische Freundin Paulina, wohnen etwas 20 km außerhalb von Raglan. Um zu seinem Haus zu kommen muss man von der befestigten Straße abfahren und einige Kilometer weit eine Schotterstraße in eine Hügellandschaft hineinfahren. In der gesamten Umgebung gibt es nur einige wenige Häuser und eins davon ist Neils Container. Vor vier Jahren hat er sich hier sein eigenes kleines Haus gebaut aus mehreren Containern und jeder Menge Holz. Genau wie der Campingplatz, wo wir zuvor waren, ist auch Neils Haus komplett ökonomisch. Das komplette Dach ist mit Solarplatten zugedeckt und auf einem nahe gelegenen Hügel hat er einen großen Wassertank platziert. Dieser Hügel ist zudem auch weit und breit der einzige Ort an dem man Mobilfunknetz hat. Wenn ich also mal meine E-Mails checken wollte musste ich jedes mal erst einmal diesen Hügel erklimmen. Die Toilette war natürlich ein Plumpsklo und meistens hat das ganze Haus gestunken, wenn man mal kurz die Badezimmertür aufgemacht hat. Außer uns waren noch einige andere Leute hier um an dem Project mitzuhelfen. Richard und Viktoria sind ein Pärchen aus Deutschland. Richard ist so ziemlich der liebste und vernünftigste Mensch der uns je über den Weg gelaufen ist und ist der deutsche Vizemeister in Karate. Er und Viktoria sind schon viel zusammen gereist, unter anderem auch durch Thailand und die umliegenden Länder und konnten uns so viel erzählen und empfehlen. Dann waren da noch Shawna aus Kanada und Alex aus Deutschland. Mit Shawna haben wir uns sehr gut verstanden und sie hat uns immer wieder zum lachen gebracht. Mit Alex kamen wir leider überhaupt nicht klar, wir können uns aber auch kaum vorstellen, dass überhaupt jemand jemals mit der klarkommen könnte. Lennert hat das ganze dann natürlich wieder ein wenig ausgereizt, sodass wir uns am Ende nur noch gegenseitig beleidigt haben und sie Lennert am Ende schlagen wollte.
Kommen wir aber nun zum eigentlichen Project: Wir haben ein Hobbithaus gebaut. Naja mehr oder weniger.. Das Haus wird am Ende wahrscheinlich nicht wirklich nach einer Hobbithöhle aussehen, also keinen runden Fenster und Türen oder so. Der eigentliche Grund warum er sich dafür entschieden hat ein Untergrundhaus zu bauen sind wieder ökonomische und energiesparende Gründe. Er hat ein Buch gelesen über Häuser unter der Erde und war sofort fest davon überzeugt, dass es sehr einfach ist so ein Haus zu bauen und dies mit einer Hand voll Couchsurfern auch in einigen Tagen fertig stellen kann. Der Anfang des Hauses war schon gebaut. Ein riesen Erdloch war in den Boden gegraben und die meisten Holzpfeiler für den Umriss des Hauses waren schon aufgestellt. Mit uns zusammen wollte er nun die restlichen Grundpfeiler aufstellen, die Wände hochziehen, das komplette Dach bauen und das ganze noch mit Erde zuzudecken. Und das in 5 Tagen!
Als wir am ersten Tag alle Abends zum Fish&Chips essen zusammen saßen hat uns Neil vom Ablauf der kommenden Tage erzählt. Demnach sollten wir maximal 6 Stunden am Tag arbeiten, zwischendurch würden wir jedoch Surfpausen einlegen, er würde uns jeden Tag mit Essen versorgen und dass wir jeden Tag mit 30 Dollar bezahlt werden. Das ist zwar nicht all zu viel, aber dafür dass wir hier wohnen können und sonst keine Ausgaben haben ging das in Ordnung.
Im Endeffekt hat sich alles nun aber ein bisschen anders rausgestellt als gedacht. Anstatt den versprochenen 6 Stunden am Tag haben wir jeden Tag mindestens 8 Stunden gearbeitet. Am Tag bevor Weihnachten haben wir knapp 12 Stunden gearbeitet. Surfpausen haben wir auch nur eine einzige eingelegt.
Diesmal sind wir nicht an den Strand gegangen zum surfen sondern zur Manu Bay. Manu Bay ist angeblich der beste lefthand Break auf der Welt. Es ist wirklich Verlass darauf dass man hier jeden Tag im Jahr Wellen findet. Als wir vor ein paar Tagen mal in den Surfreport von Raglan geschaut haben waren hier 4-Meter-Wellen. Auch wenn der Surf hier perfekt ist, hat man besonders als Anfänger einige Probleme hier. Um überhaupt erstmal ins Wasser reinzukommen muss man zunächst über die Felsen klettern, welche voll mit Muscheln geschmückt sind. Wenn man dann auf diesen verdammt rutschigen Steinen laufen muss und immer wieder riesen Wellen auf einen zubrechen rutscht man immer wieder aus und fällt zurück. Beim Weg ins Wasser haben wir uns so schon einige Schnittwunden zugefügt. Viel gefährlicher noch ist aber wenn man von einer Welle die man surft auf die Felsen gespült wird. So sind hier auch schon Leute gestorben. Beim letzten Todesfall hier ist jemand von einer Welle erfasst worden und gegen die Felsen gespült worden. Mit seinem Kopf ist er zwischen zwei Steinen stecken geblieben und hat sich so das Genick gebrochen. Es ist also unbedingt notwendig dass man die Wellen auch tatsächlich nach links surft und nicht einfach gerade aus.
Ein weiteres Problem hier ist, dass Manu bay aufgrund seiner Beliebtheit auch immer sehr gut besucht ist. Die fortgeschrittenen Surfer oder auch Profis nehmen hier kaum Rücksicht auf Anfänger und es gibt immer Konkurrenzkampf um die Wellen. So kam es dass Lennert von einem anderem Surfer überrannt wurde und einige Löcher in seinem Surfboard hatte. Es hätte aber auch viel schlimmer kommen können. Von einem Freund von uns haben wir mal gehört dass er in Sri Lanka gelebt hat für einige Jahre und es da noch viel schlimmer mit dem Kampf um die Wellen war. Besonders an einem Surfspot waren nur Einheimische erwünscht und alle anderen wurden hier sofort vertrieben oder sogar attackiert. Einmal kam es sogar soweit dass die Surfer hier mit Absicht mit ihren Flossen am Surfboard über den Kopf von jemanden gefahren sind und dieser dann eine ernsthafte Verletzung hatte.
Die nächsten Tage konnte wir somit leider nicht mehr surfen weil wir uns nun erstmal damit beschäftigen mussten Lennerts Surfboard zu reparieren.
Die nächsten Tage wurde also viel und hart gearbeitet und wir sind auch gut vorangekommen mit dem Haus. Selbst am letzten Tag, und das war Weihnachten, haben wir noch bis Abends gearbeitet. Ganz soweit wir gehofft sind wir am Ende nicht gekommen. Wir hatten aber schon ein Großteil der Wände hochgezogen und das Dach war auch so gut wie fertig.
Heilig Abend haben Neil und Paulina für uns alle gekocht. Es gab Barbeque und Salate und wir haben uns so voll gestopft dass wir irgendwann einfach alle eingeschlafen sind voller Erschöpfung.
Am nächsten Tag mussten wir noch eine Nacht im Auto schlafen weil die Tankstellen wegen des Feiertages alle geschlossen hatten und wir so nicht genug Spritt hatten um nach Cambridge zu kommen. Ziemlich enttäuscht und verärgert waren wir als uns Neil nicht einmal bezahlt hat. Er meinte nun plötzlich dass er davon ausgegangen ist dass ich und Lennert das alles komplett freiwillig gemacht haben und er das auch nicht in sein Budget eingeplant hatte uns zu bezahlen. Trotz allem haben wir uns mit der Situation zufrieden gegeben, da wir einen Platz zum schlafen hatten und keine Ausgaben hatten.
Am Morgen des 26.12 haben wir uns dann auf nach Cambridge gemacht um unser Auto zu verkaufen und alles vorzubereiten für unseren Flug nach Australien.

Die Baustelle und das Haus im Hintergrund

Rob hat uns mit seinem Bagger sehr, sehr viel Arbeit erspart

Neil hat gute Laune

Die Straußen-Familie zu Besuch auf der Baustelle


Montag, 13. Januar 2014

New Years Eve

Als Lennert und Ich den Campingplatz "The Fat Cat" im Internet entdeckt hatten, waren wir schon ziemlich überzeugt wegen der vielen Positiven Bewertungen aber teils auch wegen der sehr negativen. Hier ist eine der sehr negativen Bewertungen für den Campingplatz, welche aber eher für uns gesprochen haben:
"I noticed the toilet was in a little wooden hut in the garden and the sink was just in the middle of the garden on its own.They make you take your shoes off when you arrive which I didn't like. I'm a paying guest and don't want to leave my shoes outside."
Spätestens nach diesem Kommentar stand für uns fest, dass dies der richtige Ort für uns sei. Wir konnten leider keine Internetseite des Hostels finden und auch unter der angegebenen Telefonnummer war niemand zu erreichen, aber wir haben uns trotzdem auf den Weg gemacht. In Cambridge wollte ich noch einmal etwas Geld für die nächsten Tage abheben, aber wie schon gewohnt ging meine Bankkarte mal wieder nicht. Nach mehreren Versuchen haben wir uns schließlich dafür entschieden unser letztes Geld von unseren beiden neuseeländischen Konten abzuheben. Alles was wir jetzt hatten waren 35 Dollar und ein halb voller Tank. Dies sollte an unserem Plan aber nichts ändern und wir sind trotz allem, voller Zuversicht nach Auckland gefahren.
Bei der Fat Cat angekommen, und unser Tank hatte mal wieder gerade so gereicht, wurden wir sehr freundlich begrüßt und konnten sogar, nachdem wir einem Mitarbeiter unsere Situation geschildert hatten, verhandeln, dass wir das Geld auch einige Tage später zahlen können, wenn mein Bankkonto wieder funktioniert. Die 35 Dollar die wir uns nun erstmal ersparen konnten haben wir dann beim nächsten Supermarkt für eine Flasche Schnaps und Cola, etwas Brot und Erdnussbutter ausgegeben. Zurück beim Hostel war die Silvesterparty schon im vollem Gange. Am Nachmittag waren alle zusammen zur Salvanation Army gegangen und hatten sich Bad-Taste Klamotten gekauft. Da wir ja erst Abends hier angekommen waren hatten wir das also verpasst, aber da wir eh nur noch ziemlich veranzte und dreckige Klamotten haben, viel das auch kaum auf. Irgendwann leutete dann die Glocke und, wie auch in den kommenden Tagen, wurde unter Beifall das Essen serviert. Die Zeit ging sehr schnell rum bis es dann schon 11 Uhr war. Eigentlich wollten Lennert und Ich um 12 Uhr in der Stadt sein, allerdings fuhren wegen der Feiertage keine Busse oder Bahnen in die Stadt, wir konnten selbst auch nicht mehr fahren und zu Fuß wär es auch zu weit gewesen. Wir haben uns also den anderen angeschlossen und um kurz nach 11 sind wir alle gemeinsam auf eine nächtliche Wanderung aufgebrochen. Es hat nicht lange gedauert bis wir von der befestigten Straße abgegangen sind und Lieder-singend durch Gestrüpp gelaufen sind. Irgendwann ging es immer mehr Bergauf bis wir dann dort angekommen sind, wo wir auch hinwollten; Wir waren auf einem sehr Hoch gelegenen Friedhof angekommen, von dem man einen wunderbaren Blick auf die 20 km entfernte Stadt hatte. Hier haben wir alle zusammen ins neue Jahr gefeiert und hatten diesen grandiosen Blick auf den Sky-Tower mit all dem Feuerwerk über der Stadt.

Abendessen

Miesmuscheln (natürlich selbst gepflückt) und hausgemachtes Brot

Wie jeden anderen Abend haben sich auch heute Abend viele vorm Kamin versammelt.

Bunch of Hippies
Der Skytower in der Ferne - Happy New Year !


Sonntag, 12. Januar 2014

Mehr Bilder aus Raglan


Erschöpft vom Surfen 

Manu Bay fordert seinen Tribut, Surfboard-Reparatur 


Jonah Lake hat uns ein kleines Privatkonzert gegeben 

Abendliches Beisammensein 

Vom Campingplatz aus konnte man schon immer einen Blick auf den Strand und die Wellen werfen.

Freitag, 10. Januar 2014

Zurück in Cambridge

In Cambridge war alles anders als erwartet.
Meine Gastfamilie war mal wieder umgezogen und wohnt nun in Leamington. Das neue Haus ist wieder um einiges kleiner geworden als das zweite Haus davor schon war. Nun wohnt auch noch Shauns bester Freund Reece mit im Haus. Shaun und Reece wohnen beide in der Garage neben dem eigentlichen Haus. Die beiden haben den ganzen Tag nur Blödsinn im Kopf, bauen Scheiße und machen Annie somit das Leben zur Hölle. Deswegen und wahrscheinlich auch durch den Stress wegen ihren beiden Jobs war sie die Tage wo wir da waren ziemlich schlecht gelaunt. Lennert und ich haben echt versucht alles richtig zu machen. Wir haben jeden Tag den ganzen Abwasch von allen gemacht und haben immer versucht soviel mit zu helfen wir möglich. Wir haben auch unser eigenes Essen gekauft und sogar zweimal für die ganze Familie Dinner gekocht. Niemand hat sich aber so richtig dafür bedankt oder so. Annie hat dann sogar noch Geld von uns verlangt weil wir ja bei ihr geduscht haben und ihren Strom mitbenutzt haben. Da fliegt man schon um die halbe Welt und kommt seine Gastfamilie als einziger der vielen Austauschschüler die Annie hatte besuchen, und wird dann so in Empfang genommen. Ich war echt ziemlich enttäuscht und wir haben uns hier beide nicht wohl gefühlt.
Die Tage die wir nun hier waren hatten wir nun echt garnichts zu tun und hatten somit genug Zeit nachzudenken. Annie hatte uns ja eigentlich versprochen uns das Auto zum selben Preis wieder abzukaufen, jetzt wollte sie dass aber irgendwie nicht mehr und wir konnten nun also zusehen wie wir innerhalb von 3 Tagen unser Auto loswerden. Zudem fanden wir 4 Monate viel zu kurz für Neuseeland und wir würden gerne länger hier bleiben haben wir uns überlegt. In letzter  Zeit wurde uns auch immer wieder von anderen Leuten gesagt, dass man so ein Work&Holiday Visa nur einmal im Leben bekommt und man das auf jeden Fall so viel wie möglich ausnutzen sollte. Vier Monate sind also viel zu kurz, sowohl für Neuseeland als auch für Australien und es wäre eine ziemlich Verschwendung. Für uns beide stand also fest dass wir länger in Neuseeland bleiben wollten und wir haben unseren Reiseleiter Manninga kontaktiert. Aufgrund der Feiertage hat er aber sehr lange gebraucht um uns überhaupt zu antworten. Als er dann endlich die Zeit gefunden hatte sich um unsere Flüge zu kümmern war es bereits zu spät dafür.
Auf einmal war es dann schon Sonntag Abend also wenige Stunden vor unserem Abflug. Unser Flug von Auckland ging um 8 Uhr morgens, man muss aber schon einige Stunden vorher einchecken und wir mussten noch 2 Stunden von Cambridge nach Auckland kommen. Wir müssten also mitten in der Nacht aufbrechen, wussten noch nicht einmal ob uns jemand bringen könnte und hatten unser Auto noch nicht verkauft. Die letzte Möglichkeit war es nun also die Sache selbst in die Hand zu nehmen und bei unserer Airline Virgin Australia anzurufen.
Nach einer langen Wartezeit mit wunderbarer Musik kam ich dann dran, musste aber noch weiter geleitet werden bis ich richtig verbunden war. Jetzt durfte ich unsere Situation in der wir waren einer sehr netten Frauenstimme beschreiben. Es scheinte auch alles kein Problem zu sein bis ich dann zu dem Punkt kam dass unser Flug bereits in 10 Stunden geht. Wie auch schon unser Reiseleiter Manninga, hat auch die Frau am Telefon sofort gesagt, dass man mindestens 24 Stunden vor Abflug umbuchen kann. Natürlich hatte ich an diesem Punkt ziemliche Zweifel aber ich hab nicht aufgegeben und weiter mit der Frau geredet. Ich gehe mal davon aus dass mein unglaublicher Charme die Frau letzten Endes dazu getrieben hat eine Ausnahme zu machen und unseren Flug doch noch umzubuchen. Die Umbuchung musste Ich natürlich noch am Telefon per Kreditkarte bezahlen und wie schon erwartet hat es mit meiner Prepaid-Karte nicht funktioniert. Irgendwie musste das ja aber bezahlt werden also habe ich Papa schnell geschrieben. Der war auch schon wach, es war ja schon halb 11, und hat mir die Daten seiner Kreditkarte zugeschickt, die Geheimnummer natürlich separat per email. Die erste Kreditkarte hat aber eben so wenig geklappt also mussten wir noch eine zweite ausprobieren. Und die ganze Zeit während ich mit Heiko hektisch am hin- und herschreiben war und ich ungeduldig auf die Emails wartete, musste ich die Frau am Telefon halten. Hätte ich nämlich aufgelegt und dann wieder angerufen wäre ich höchstwahrscheinlich mit jemand anderes verbunden worden und das ganze hätte nicht mehr geklappt. Nach 45 Minuten Telefonieren hat es dann endlich geklappt! So ein Stress.
Es stand nun also fest dass wir noch länger in Neuseeland bleiben werden und zwar genau genommen bis zum 11.April. Das wäre dann also geschafft und wir hatten von einem Moment auf den anderen gar kein Stress mehr, weder wegen des Autos, wegen der Flüge und einiges mehr.
Am nächsten Tag konnten wir uns nun überlegen wo wir Silvester und die Zeit danach verbringen wollten. Zur Überlegung standen zurück nach Raglan zu gehen, in Cambridge zu bleiben, mit Shaun und Reece in Tauranga zu feiern oder nach Auckland zu gehen. Wir waren uns sofort einig dass wir nicht in Cambridge bleiben wollte und auch gegen Tauranga haben wir uns schnell entschieden weil wir dass Gefühl hatten dass Shaun und Reece uns eh nur ausnutzen wollten um ein Ride hier her zu haben. Da die meisten von unseren Freunden aus Raglan mittlerweile nach New Plymouth weiter gereist waren, haben wir uns letzten Endes für Auckland entschieden und auch sehr schnell haben wir ein für uns passendes Hostel in Auckland gefunden. Das Hostel "The Fat Cat" scheinte sehr ähnlich wie "Solscape" zu sein, eine Internetseite gab es nicht und auch per Telefon konnten wir niemanden erreichen, also haben wir uns einfach so auf den Weg gemacht, mit einem sehr guten Gefühl dabei.

Montag, 30. Dezember 2013

Raglan - Surfer's Paradise

Vom ersten Tag an haben wir Raglan geliebt ! Hier leben einfach nur Surfer und Hippies und alle sind super nett! Raglan an sich ist ein relativ kleines Örtchen. Es gibt nur einen kleinen Supermarkt, nur einige wenige Geschäft, ein Fish&Chips, dafür aber um so mehr Surfshops. Die erste Nacht haben wir im Auto vor dem Backpacker geschlafen, da die Rezeption schon geschlossen hatte als wir ankamen. Am nächsten morgen haben wir uns gleich aufgemacht und haben Surfboards gesucht. Wir haben jeden einzelnen Surfshop in der Stadt abgeklappert. Ich glaube insgesamt sind es 5 oder 6 verschiedene Läden. Das Ausleihen von Surfboards ist jedoch relativ teuer wie wir herausgefunden haben. Das kann so zwischen 40 und 70 NZD pro Tag kosten. In Surfshops sind Second-Hand Boards auch nicht unbedingt sehr billig. Zuletzt haben wir aber ein Noticeboard vor dem Supermarkt gefunden, wo Leute verschiedenste Sachen zum verkauf anbieten, darunter auch jede Menge Surfboards. Hier habe ich mein Surfboard gefunden. Es ist ein 6.8 Fuß langes Shortboard. Für ein Shortboard ist das noch relativ lang, aber da wir vorher nur mit Softtopboard gesurft sind, war das schon eine riesen Steigerung für mich. Gekostet hat es aber nur 150 Dollar, also konnte ich garnicht nein sagen, da dies ein super Angebot war. Lennert und Ich hatten beide kaum noch Geld über und da nicht nur mein Neuseeländisches Konto leer war sondern überaschender Weise nun auch mein deutsches Konto, musste mir Lennert die 150 Dollar für mein Surfboard leihen. Nun hatten wir nicht mehr genug Geld um im Hostel zu wohnen, wie eigentlich geplant war. Also haben wir uns aufgemacht und haben nach einem Zelt gesucht. Wir haben echt die ganze Stadt abgesucht aber niemand scheinte zu wissen, ob es irgendwo Zelte zu kaufen gibt in Raglan. Jeder den wir gefragt hatte, hat uns woanders hingeschickt die meisten meinten jedoch, dass wir das nächste Zelt wohl in Hamilton finden würden. Doch wir hatten Glück und haben nach ewiger Sucher doch endlich ein kleinen Secondhandshop gefunden. Die Ladenbesitzerin hatte zufälligerweise ein Zelt in ihrem Auto, was sie gerade in den Laden stellen wollte. Sie hat uns gesagt dass es sich um ein 2-Mann Zelt handelt und auf jeden Fall genug Platz für uns beide bietet und mit nur 40 Dollar fanden wir den Preis auch ganz fair.
Für die nächsten 10 Tage sind wir nun in einen Campingplatz namens "Solscape" eingecheckt, welcher noch etwas billiger war als das Hostel. Als wir das Zelt dann aufgebaut haben, hat es sich doch wesentlich kleiner heraus gestellt als erwartet. Es heißt tatsächlich auch noch "Hobbit-Zelt", wir gehen also mal davon aus das es für Kinder gedacht ist. Nach der ersten Nacht im Zelt ist Lennert gleich wieder ins Auto umgezogen. Ich hab es geschafft noch eine weitere Nacht im Zelt geschlafen, da wir aber auch keine Isomatte hatten war der Boden doch schon ziemlich hart und so hab ich dann auch wieder im Auto geschlafen.




So ziemlich jeder hier auf dem Campingplatz hat die selbe Lebenseinstellung, teilt die gleiche Meinung und hat den selben Tagesablauf. Man steht morgens um 6 auf denn um diese Zeit sind in der Regel die besten Wellen. Mittags isst man dann massig viel Essen, entspannt sich für ein paar Stunden und geht dann gegen späten Nachmittag oder Abend nochmal surfen. Die Abende sind in der Regel immer ziemlich ruhig. Wir sitzen meistens in einer kleinen Gruppe zusammen, spielen Gitarre und es wird fast nur über den heutigen Surf geredet. Bettruhe ist sowohl im Hostel als auch auf dem Campingplatz um 10 Uhr, aber die meisten Leute schaffen es eh nicht so lange wach zu bleiben. Außerdem gibt es hier sehr viele Vegetarier oder sogar Veganer auf dem Campingplatz und es wird immer sehr viel und Gesund gekocht. Auch der Campingplatz selbst ist sehr ökonomisch und vorbildlich. Der gesamte Campingplatz ist "Off the grid". Es gibt also keine wirkliche Verbindung zur Außenwelt. Elektrizität wird durch Solarzellen gewonnen. Das Wasser kommt direkt aus einer Quelle aus dem nicht weit entfernt liegenden Berg Karioi. Die Toiletten sind ausschließlich Plumsklo's und man wird dazu gebeten nach getaner Arbeit Blätter auf sein Geschäft zu werfen. Unsere Küche befindet sich unter freien Himmel und man muss darauf achten, dass man sein Essen gut verstaut, denn jede Nacht ungefähr um 11 Uhr kommt ein Possum in die Küche und sucht nach Nahrung. Überall auf dem Gelände verteilt findet man Gemüsegärten, aus denen die Zutaten für das tägliche Frühstück kommen, welches man jeden Morgen im Campingplatz-Cafe bekommen kann. Selbst die Frühstückseier kommen von den überall auf de Grundstück freilaufenden Hühnern. Es gibt verschiedene Arten von Unterkunft hier. Die billigste Variante ist natürlich ein Zeltplatz, dann gibt es aber auch alte Eisenbahnwagons, Lehmhütten und Tipi-Zelte. Die Eisenbahnwagons gibt es in zwei verschiedenen Größen. Es gibt sehr viele kleine Wagons mit entweder einen Doppelbett oder zwei Hochbetten drin, aber auch einige sehr lange Wagons wo dann auch ein Wohnzimmer und eine Küche eingebaut ist. Auch die Lehmhäuser sind komplett selber gebaut von Leuten die hier gearbeitet haben oder noch hier sind. Immer wieder findet man Paua-Muscheln, bunte Steine oder Glasflaschen in die Wände eingebaut. Die Tipi-Zelte sind weit ab von dem restlichen Teil von Solscape. Man muss einige hundert Meter weit in den Dschungel hinein laufen bis man zu den Zelten kommt.

Auf dem ganzen Gelände waren Buddah-Figuren versteckt.  

Eine der Lehmhütten. Unten ist ein Doppelbett drin und eine Wendeltreppe führt nach Oben wo eine Chiller-Ecke ist.

Einer der vielen Gemüsegärten

Frühstückseier und Chickennuggets

Einige der Zugwagons

Der Weg zu den Tipi-Zelten

Unser Küche - Nach Vorne offen 





Die Küche bei den Tipi-Zelten

Ein Steinofen - Hier kann man gut Pizza oder Brot machen !

Das Waschhaus mitten in der Natur

Dschungel-Dusche


Einige Tage nachdem ich mein Surfboard gekauft habe, hatte Lennert nun auch endlich ein passendes Suedboard im Backpacker in Raglan gefunden. Ein Fish-Shape Shortboard für 300 Dollar.  Lennert hatte nun echt sein letztes Geld für das Surfboard ausgegeben und ich habe ihm noch Geld dazu geliehen, es hat aber noch immer nicht gereicht. Zum Glück konnten wir einen Deal machen, dass Lennert sein Perso bei dem Typen lässt und den Rest des Geldes später bezahlt. Da wir nun aber nicht mal mehr Geld für Essen hatten, sind wir beide um 100 Dollar mit unseren Bankaccounts ins Minus gegangen. Unsere letzten 25 Dollar haben wir für eine Box Biers ausgegeben an meinem Geburtstag. Wie auch jeden anderen Sonntag sind wir an meinem 20. in den Solclub gegangen. Im Solclub geht jeden Sonntag die Sunday-Session, welche schon um 4.20 Nachmittags in der Volcom Lane beginnt. Zusammen mit der Electric Avenue bilden diese zwei Gassen den wohl besten Teil von Raglans Innenstadt. Hier gibt es Surfshops, eine Caferösterei noch einige andere coole Läden und natürlich den Solclub. Bis etwa 10 Uhr abends wird hier Lifemusik gespielt und so ungefähr die gesamte Stadt ist hier versammelt um sich zu betrinken und Spaß zu haben. Bevor wir an diesem Abend in den Solclub gegangen sind haben wir auf dem Campingplatz einen ehemaligen All-Blacks Spieler kennengelernt. Das lustige ist, dass wir alleine von seinem Aussehen schon davon ausgegangen sind dass er für die All-Blacks spielt was sich dann sogar als richtig erwiesen hat. Er und seine Familie haben uns dann zum Essen eingeladen und einer von ihnen hat uns später noch einen ride in die Stadt gegeben. Von Lennert habe ich übrigens eine Flasche Schampoo bekommen, welche er in der Dusche gefunden hat. Da wir schon länger kein Schampoo mehr hatten und auch kein Geld für solche Unsinnigen Sachen wie Hygieneartikel hatten kam mir das Geschenk sehr gelegen. Am Donnerstag in der darauffolgenden Woche sind wir wieder in den Solclub gegangen um unseren Freund Jonah aus Schweden spielen zu hören. Jonah wohnt auch auf unserem Campingplatz und viele Abende haben wir schon mit ihm und den anderen zusammen gesessen während er uns mit seine Gitarrenklängen zum staunen gebracht hat. Als Andenken an diese schöne Zeit haben wir dann nach dem Konzert eine CD von ihm gekauft. Was mir besonders an seiner Musik gefällt sind die Texte, welche genau den Lifestyle beschreiben den wir hier alle in Raglan leben: Über das surfen, die Freiheit und dass Arbeit scheiße ist. 
Als die 200 Dollar die wir mit unseren Konten noch ins Minus gehen konnten dann auch langsam weniger wurden mussten wir handeln. Unsere Surfboards wollten wir nicht schon wieder verkaufen also haben wir uns dafür entschieden Solscape zu verlassen worauf wir das Geld für die Tage die wir nun früher gegangen sind wieder bekommen haben. Die nächsten Nächte haben wir dann auf dem Parkplatz vorm Backpacker im Auto geschlafen. Wir werden Solscape und besonders die Leute hier vermissen und bereuen es nun kein Geld zu haben. Am Noticeboard beim Supervalue haben wir dann Neil gefunden bei dem wir für die nächste Woche Couchsurfen waren.