Mittwoch, 21. Mai 2014

Tagesausflug in den Dschungel

Für den heutigen Tag hatten wir den Trip in den Nationalpark gebucht. Um 7 Uhr haben wir uns mit einigen anderen Leuten vorm Burgerking nicht weit von unseren entfernt getroffen. Bald kamen dann mehrere Minibusse, welche mit Klimaanlage ausgestattet waren. Im Bus lernten wir dann einige andere Leute kennen. Zwei deutsche Mädchen, zwei Amerikaner und Chin aus Korea. Unser erster Stop war bei einem Kriegerfriedhof. Hier gab es bis auf Grabsteine nichts zu sehen und war ziemlich langweilig. Dass wir bei diesem Friedhof anhalten hatte auch niemand gewusst. Wahrscheinlich wieder eine Art Propaganda wie damals in Taipeh. Etwas interessanter war da ein Straßenzug welcher neben dem Friedhof entlang zog. Eine große Menge an Leuten hat Musik gespielt und irgendetwas gefeiert.

Nur 5 Minuten mit dem Bus weiter ging es dann zu einem 2. Weltkrieg Museum. Hauptsächlich war das Museum über die Death Railway welche sich direkt neben dem Museum befand und über die Brücke am River Kwai führt. Hierüber gibt es einen sehr berühmten Spielfilm, wie die Brücke von Sklaven gebaut wurde und dann zerbombt wird. Der Ort an sich war sehr ruhig und idyllisch. Der Fluss nicht, wie in Bangkok, verschmutzt und dreckig und auch kein Lärm und Verkehr. Von der Brücke aus konnte man einen Tempel und eine riesige davor stehende Statue sehen.
Die Brücke am River Kwai

Tempel und große Statue neben der Brücke

Nach einer Weile kam dann, was ich überhaupt nicht erwartet hatte, ein Zug angefahren, in den wir eingestiegen sind. Der Zug war total überfüllt und alle Sitzplätze waren bereits vergeben, also musste etwa die Hälfte der Reisenden, wozu auch wir gehörten, im Gang stehen. Das wurde nach einer Weile richtig anstrengend, da sich auch immer wieder Thaileute mit kleinen Essensständen durch die engen Gänge gequetscht haben. Irgendwann hatte ich genug vom stehen und bin etwas herum gelaufen, bis ich in den bereich zwischen unseren und den Wagon hinter uns kam. Hier konnte man sich auf die Stufen setzen und sich aus dem Zug heraus lehnen. Wir sind nun eine ganze Weile gefahren und ich saß hier und konnte die Landschaft beobachten. Wir sind durch Berge hindurch gekommen, durch viele Reisfelder in denen Menschen auf einfachste Bedingungen in kleinen Holzhütten lebten, und durch tiefsten Dschungel sind wir gefahren. Nach einer Stunde fahrt kamen wir an den Fluss Kwai zurück an dem sich ein kleines, sehr schönes Dorf befand.
Ankunft unseres Zuges

Chin genießt die frische Zugluft

Volles Inneres



Unsere Endstation


Hier haben wir den Zug verlassen und weiter ging es wieder mit dem Bus weiter den Fluss herunter, bis wir an einem schwimmenden Restaurant ankamen. Hier gab es Getränke und ein leckeres Thai Buffet und dazu schreckliche Musik, wie die Titelmusik von dem Film Titanic von Seline Dion.


Weiter ging es auf einem Bambusfloß den Fluss herunter. Das ganze hat zwar ziemlich Spaß gemacht aber hat nicht lange gedauert. Wir sind nur einige Hundert Meter weit gefahren bis wir wieder an einem Steg angelegt haben.



Und hier hatte das absolute Highlight auf uns gewartet. Wir sind auf Elefanten geritten. Wir mussten auf ein Podest herauf steigen von wo aus wir uns auf den Rücken des Elefanten setzen konnte. Unser Führer ist ganz lässig aufgestiegen in dem er dem Elefanten ein Zeichen gegeben hat auf sein Knie gestiegen ist, und der Elefant ihn dann nach oben auf seinen Kopf katapultiert hat. Ziemlich wackelig ging es dann los. Voran ging es allerdings nur sehr langsam weil unser Elefant ständig essen wollte. Einmal hatte er etwas Gras aus dem Boden heraus gerissen an dem noch die Wurzeln und viel Erde hing. Mit seinem Fuß ist er dann drauf herum getreten bis die Erde weg war und hat das Gras dann gegessen. Ganz schön klevere Tiere. Als unsere Führer einmal "Say Hello" zu unserem Elefant gesagt hat er ein lautes Töröö von sich gegeben. Dann ist der kleine Junge vom Kopf des Elefanten abgesprungen und wir durften uns auf den Kopf setzen. Man musste sich weit nach hinten lehnen um nicht vorne herunter zu fallen. Mit unseren Händen und Füßen konnte man die Haut des Elefanten fühlen. Nachdem wir eine große Runde gelaufen waren sind wir auch schon wieder zurück zur Station geritten. Hier konnte man noch Bananen kaufen und die Elefanten damit füttern. Es war ziemlich erstaunlich wie die Elefanten die Bananen mit ihren Rüssel gegriffen haben und somit ein ganzes Bündel in nur wenigen Sekunden verschlungen hatten. Als ich den Trip gebucht hatte, hatte ich mir das Elefant Riding noch etwas besser vorgestellt, dass wir für ein paar Stunden durch einen Dschungel reiten würden und durch Flüssen wo man die Elefanten dann waschen kann, so wie es viele andere Touren anbieten. Es hat aber trotzdem einen riesen Spaß gemacht und wir haben ja auch viele andere Sachen gesehen.


Eine Wasserdusche als Belohnung für den Elefanten


Tolles Gefühl an den Füßen







Nun ging es mit dem Bus weiter zu unserem letzten Halt. Es war ein Wasserfall, welcher in einem kleinen Becken mündete. Hier waren sehr viele Leute am schwimmen und herum plantschen. Genau die richtig Abkühlung nach so einem heißen Tag.

Am frühen Abend waren wir zurück in Bangkok und haben uns mit Chin eine halbstündige Thaimassage geben lassen für umgerechnet nur wenige Cent. Ein bisschen Kultur erleben muss ja auch mal sein haben wir uns so gedacht. Chin lässt sich hier jeden Tag mehrmals massieren und wollte uns erst zu einer ganz nackten Ölmassage überredet, wir sind dann aber doch lieber für eine normale Massage gegangen. Die erste Bemerkung der Masseurinin war erstmal, dass Lennerts und meine Füße stinken bevor es richtig losging. Uns wurde der komplette Körper massiert. Erst Beine, dann Rücken Schultern und Kopf. Die Masseurinin sind ziemlich hart ran gegangen und haben es immer wieder knacken lassen. An einigen Stellen war ich kitzelig und musste immer wieder lachen an anderen hat es dermaßen weh getan, dass ich fast geschrien hätte. Trotzdem hatte ich mit meiner Masseurin glaube ich noch relativ Glück, da Lennert, welcher neben mir lag, von einer ziemlich übergewichtigen und kräftigen Frau massiert wurde und so manches mehr ertragen musste als ich. Nach der Massage, und ich hatte für die nächsten zwei Tage noch Schmerzen in meinen Schultern, sind wir mit Chin, mit dem wir uns gut angefreundet hatten, erst noch was essen gegangen und dann zum Soi Cowboy gegangen. Dies ist eine Partymeile, ähnlich wie die Khao San Road. Allerdings ist es ein kleiner Geheimtipp, da hier fast nur Locals sind, alles billiger ist und man nicht von jedem hier abgezogen und verarscht wird. Der Soi Cowboy erinnert mit seinen vielen Lichtern sehr an den Strip in Las Vegas und ist auch deswegen sehr berühmt. Wir hatten eine sehr lustige Nacht mit Chin und waren erst spät wieder beim Hotel.

Busfahrt ins Blaue


Sonntag haben wir im vergleich zu den beiden Tagen davor fast gar nichts gemacht. Nachmittags hat es geregnet und gewittert und wir haben die Zeit im Hotel tot geschlagen und uns mit einem deutschen Unterhalten, welcher seit vielen Jahren in Asien lebt. Er ist aus Deutschland abgehauen weil er zu wenig Geld dort gemacht hat um sich einen guten Lebensstil leisten zu können und ist dann nach Indien gezogen um hier die schon sehr wenigen Jobs von den Einheimischen zu nehmen. Da Asien ja meistens sehr billig ist konnte er immer schön Essen gehen und sich Zigaretten und Alkohol kaufen. Heute, mit gerade einmal 59 Jahren, ist er kurz vorm sterben. Er muss einen Haufen Medikamente einnehmen, hat sich anscheinend beim Husten 6 Rippen gebrochen und brauch ein Gerät zum Atmen. Trotz Allem raucht er noch und ernährt sich nur von McDonalds und Fanta. Und den ganzen Tag hat er sich nur beschwert wie schlecht es ihm geht und hat versucht allen anderen die Schuld dafür zu geben. Der Mann hat mich dermaßen aufgeregt, dass ich einfach nur weg von dem Hotel wollte und weiter die Stadt erkunden wollte. Als ich beim nächsten ATM Geld abheben wollte, habe ich dann jedoch bemerkt, dass meine beiden Bankkarten nicht mehr funktioniert haben. Mit meiner deutschen Prepaid Karte hatte ich ja schon oft genug Probleme und wusste mittlerweile, dass sie nur wieder gesperrt worden war weil ich in einem anderen Land war. Ich wusste also dass es nur eine Frage der Zeit war bis die Karte funktioniert. Von der Australischen Bank hatte ich zum Glück eine Ersatzkarte bekommen, im Falle dass ich die richtige Karte verlieren sollte und ich hatte Glück mit der zweiten Karte konnte ich wieder Geld abheben. Zu Fuß haben wir uns dann auf den Weg durch die Stadt gemacht und haben gleich um die Ecke von unserem Hotel einen Tempel entdeckt. Eigentlich war es auch nur ein Tempel wie jeder andere hier, aber heute scheinte ein besonderer Feiertag zu sein, da sich eine Menge Mönche im Tempel befanden. Man wurde gleich darauf hingewiesen besonders ruhig zu bleiben um die Zeremonie nicht zu stören. Durch die beiden Fenster links und rechts vom Eingang konnte man jedoch einen Blick ins innere des Gebäudes werfen und bei der Zeremonie zugucken, was ziemlich beeindruckend war.



In der Touristeninfo hat uns der Amerikaner empfohlen mit dem Bus zu fahren, da dies nochmals deutlich billiger ist als alles andere und auch ziemlich einfach, da jeder Bus eine bestimmte Route abfährt aber immer zu dem Punkt zurück kehrt von wo er gestartet ist. Man sollte nur darauf achten dass man keinen Bus erwischt, welcher eine zu lange Route abfährt, da dies dann den ganzen Tag andauern kann. Auf gut Glück haben wir uns also in einen Bus reingesetzt und darauf gehofft dass Busfahren tatsächlich so einfach ist. Für eine Weile fuhren wir nun und haben uns die Stadt angeschaut. Als wir schon eine ganze Weile nur in die selbe Richtung fuhren haben wir schon ein komisches Gefühl bei der Sache bekommen aber haben uns dann einfach gedacht dass der Bus wohl eine längere Strecke abfährt. Nach einer guten Stunde fahrt hielt der Bus dann und es hieß Endstation. Wir hatten also keine andere Wahl und mussten aussteigen, ohne auch nur eine Idee zu haben wo wir waren. Wir haben versucht ein paar Leute zu fragen wie man zur Khao San Road kommt aber niemand konnte uns verstehen also haben wir einfach einen Bus in die Richtung genommen aus der wir gekommen waren. Bei einem großem Denkmal sind wir dann ausgestiegen weil wir dachten wir könnten uns hier an irgendwas orientieren. Wir kamen auf einen riesen Blumenmarkt auf dem etwa 500 Stände genau das gleiche verkauften; Gelbe Blumen. Trotzdem war der Markt mit Menschen überrannt und es wurde gekauft ohne Ende. Warscheinlich steht mal wieder ein Feiertag an, an dem Buddha Statuen oder ähnlichen beschmückt werden müssen. Der Markt war direkt an einem breiten Fluss und als wir auf eine Brücke gingen konnten wir in der Ferne einige Tempelanlagen wiedererkennen und so mit Hilfe einer Karte herausfinden wo wir waren. Noch über einige weitere Märkte und durch eine Protest-Zone hindurch und am riesigem National Theatre vorbei sind wir dann zurück bis zu unserem Hotel gelaufen.

Von der Brücke hatte man einen tollen Blick auf einige Tempelanlagen

Ne Ladung Menschen auf dem Weg nur Nähfabrik


Bangkok Dangerous

Am Samstag sind wir sehr früh aufgestanden um so viel am Tag zu schaffen wie es nur geht. Die Khoa San Road war um diese Uhrzeit vollkommen leer, alles ist voller Müll und Katzen und Hunde streunern über die Straßen um die Essensreste und anderen Müll zu essen. Es hat nicht lange gedauert bis uns ein Tuk Tuk-Fahrer zu einer "sehr billigen" Stadttour eingeladen hat. Für 200 Baht hat er uns zu unserem ersten Stopp, einer Tempelanlage und dem berühmten "Standing Buddha" gebracht. Die 14 Meter hohe Buddha Statue ragt weit über die Dächer der Tempelanlage. Mit unserem Fahrer haben wir dann zusammen an einem kleinen Stand für sehr wenig Geld eine Nudelsuppe zum Frühstück gehabt. Weiter ging es, für wieder 200 Baht, zu einem Steg an dem wir zu einer Bootstour überredet haben. Hierfür haben wir jeder 1000 Baht bezahlt und die Rundtour ging insgesamt eine Stunde. Vom Hauptfluss, an wessen Ufer viele Tempel standen, sind wir in einen kleinen Nebenfluss gefahren. Die Häuser und Holzbarraken waren hier sehr zerfallen und teilweise, auf Grund des morschen Holzes, extrem schräg. Im Fluss waren komischer Weise unglaublich viele Fische. Als wir einen Mann dabei beobachtet hatten wie es ein Stück Brot ins Wasser geworfen hatte kamen gleich an die Hundert Fische an die Oberfläche. Das ganze Wasser war plötzlich aufgewühlt und hat sich bewegt. Etwas weiter den Fluss entlang haben wir am Flussufer ein riesen Reptil gesehen, welches aussah wie eine übergroße Eidechse. Nach dem wir durch den kleinen Fluss durch waren, kamen wir wieder an den Hauptfluss, wo die Bootstour dann auch schon zu Ende war. später am Tag haben wir herausgefunden dass man für eine Bootstour normalerweise maximal 38 Baht bezahlt. Aber ich denke, dass so gut wie jeder Tourist an seinem ersten Tag in Bangkok mindestens ein mal abgezogen wird bevor man sich etwas besser auskennt und weiß wie die Leute hier ticken. Weiter ging es mit dem Tuk Tuk zu einer Touristen-Information. Wir hatten garnicht danach gefragt sondern wurden hier einfach her gebracht. Da wir aber nicht wirklich wussten was wir noch so in Thailand machen wollten und was es hier überhaupt zu sehen gibt dachten wir uns, dass eine Touri-Info eigentlich ganz gut für uns wäre um einen Plan für die nächsten Tage zu haben. In der Touristeninfo konnte allerdings kaum jemand richtig Englisch sprechen und die Frau mit der wir geredet haben war extrem unfreundlich zu uns. Als wir ihr gesagt haben, dass wir noch nicht wirklich wissen was wir hier machen können oder wollen, hat sie uns gesagt, dass Leute wie wir ihren Tag versauen und wir uns entscheiden sollen was wir machen wollen. Als die Frau uns dann tatsächlich angefangen hat zu beleidigen haben wir den Laden gleich wieder verlassen und das weite gesucht. So langsam hatten wir genug von der ganzen Sache und haben dem Tuk Tuk Fahrer gesagt er solle uns zum Siam Centre fahren. Hier hat er uns dann förmlich mitten auf der Straße rausgeschmissen und ist davon gedüst. Das Siam Centre ist eines der größten Einkaufszentren der Welt und ist extrem luxuriös. Durch einen Teil des Einkaufszentrums ist ein ganzer Fluss gegangen und im untersten Stockwerk gibt es ein riesen Aquarium mit Haien und anderen Fischen. Im obersten Stockwerk befindet sich ein riesen Kino-Komplex in dem man ein eigenes Bett mit Decke bekommt. Einkaufen können hier glaube ich wirklich nur reiche Leute. Neben Armani-Anzügen, Luis Vuitton Handtaschen und Rolex Uhren gibt es hier sogar ein Laden in dem man Maseratis kaufen kann. Irgentwie war es für uns ganz angenehm von dem ganzen Müll und Lärm der Stadt wegzukommen und hier ein wenig zu entspannen. Die meiste Zeit haben wir uns jedoch im McDonalds aufgehalten, da es hier immer schhön kühl war und es W-Lan gab. Hier haben wir etwas recherchiert und nach einem Ort gesucht zu dem wir hinwollen. Schnell haben wir heraus gefunden dass es in Thailand absolut keinen Surf gibt und dass man hier bis auf Tempel besichtigen, an die Strände nach Südthailand gehen und Party machen nicht viel machen kann. Ziemlich spontan haben wir uns dann dazu entschieden nach Indonesien zu fliegen. Als nächstes sind wir zu einem Reisebüro im Siam Centre und haben uns nach Flügen nach Bali informiert. Der Preis schien uns ein wenig hoch zu sein also wollten wir Flughafen und dort direkt bei einer Fluggesellschaft nachfragen. Weit sind wir jedoch nicht gekommen da man Lennert nicht in den Skytrain (S-Bahn) gelassen hat, weil er Barfuß war. Also sind wir zurück zur Khao San Road und zum Anzugladen zurück wo Lennert seinen Anzug-Modell probiert hat. Der Anzug war bereits ziemlich gut für ihn zurecht geschnitten worden und passte ihm ziemlich gut. Fertig würde der Anzug aber erst in ein paar Wochen sein, wir würden ihn also am Ende unseres Trips abholen. Nicht weit entfernt haben wir ein anderes Reisebüro gefunden und haben hier Flüge nach Bali schon etwas billiger angeboten bekommen. Der Preis hat uns schon besser gefallen und wir haben schon so gut wie zugesagt und gesagt dass wir heute Abend wiederkommen würden um die Flüge dann zu buchen. Kaum hatten wir das Reisebüro verlassen hat uns ein Tuk Tuk Fahrer angesprochen und gesagt er würde uns eine Stadtrundfahrt für 20 Baht geben. Lennert hatte auf Grund des Preises gleich bedenken bekommen dass der Tuk Tuk Fahrer uns in eine Gasse fahren würde und wir dort überfallen werden. Als wir beim ersten Tempel angekommen waren, wo das Tuk Tuk uns hingebracht hat, hat Lennert sich dann gleich umgeschaut ob es einen zweiten Ausgang gibt um zu fliehen und war am überlegen über die Mauer der Tempelanlage zu flüchten. Glücklicherweise haben wir dann aber einen Einheimischen getroffen welcher uns ein Reisebüro empfohlen hat, welches wesentlich seriöser und billiger sein soll als die ganzen Touri-Abzocken. Von unserem Tuk Tuk Fahrer haben wir uns dann gleich als nächstes zu dem Reisebüro fahren lassen und sind auch tatsächlich dort angekommen anstatt in einer dunklen Gasse zu landen. Hier sind wir auf sehr nette Leute getroffen, welche auch fließendes und gutes Englisch sprachen. Einer der beiden Angestellten kam aus Neuseeland und hat uns gleich ein paar Tipps zum surfen in Indonesien gegeben aber uns auch gewarnt vor den vielen Riffs, den großen Wellen und den starken Strömungen. Einige seiner Kumpels seien kürzlich erst aus Indonesien wieder gekommen und hatten überall am Körper Schürf- und Fleischwunden von den Corallenriffen. Der andere Angestellte war ein Inder welcher in den USA studiert hat und desswegen auch perfekt Englisch spricht. Bei ihm haben wir uns dann nach einem Flug nach Bali erkundigt und ein noch weit aus billigeres Angebot bekommen. Da die Preise aber jeden Tag variieren können haben wir gleich zugeschlagen und die Flüge gebucht. Da das Reisebüro dadurch keinen Profit von uns gemacht hat sondern uns nur aus reiner Freundlichkeit geholfen hat haben wir gleich noch eine Tour in einen Nationalpark für den übernächsten Tag dazu gebucht. Weiter ging es mit dem Tuk Tuk. Die Stadttour war hiermit allerdings beendet und das Tuk Tuk hat uns nun tatsächlich in eine dunkle Seitengasse gefahren. Hier war ein kleiner Anzugladen versteckt, welcher der Sponsor des Tuk Tuks war. Nun wurde uns also bewusst warum der Preis für die Stadttour so billig war. Es scheint hier echt hinter jeder Sache ein Hacken zu stecken. Man hat uns also in den Laden hinein geführt und hat uns erstmal ein Bier gegeben und uns einen Sitzplatz angeboten. Man war mal wieder übertrieben freundlich zu uns, jedoch auch eine gespielte Art, und es war für die gleich eine Selbstverständlichkeit dass wir auch tatsächlich einen Anzug kaufen wollten und man hat uns gebeten eine Farbe auszusuchen. Wir haben gleich gesagt, dass wir keinen Anzug brauchen und auch nicht das Geld dafür haben aber die Leute haben immer mehr auf uns eingeredet und uns richtig in die Enge gedrückt. Irgendwann haben die so absurt lächerliche Angebote gemacht, dass sofort klar war wie schlecht die Qualität sein muss. Ich musste fast anfangen zu lachen als einer zu mir meinte: "If you dont like Suit, we give you double the money back". Außerdem sollten die Anzüge ganze 5 Jahre Garantie haben und wenn der Anzug in Deutschland kaputt ginge könnten wir einfach ein Bild davon machen und es dem Laden per E-mail zu schicken und man würde uns dann einen neuen Anzug umsonst nach Hause liefern lassen... Natürlich. Nach weiterem Verneinen wurden die Leute dann plötzlich extrem unfreundlich. Man hat uns gesagt, dass wir nur gekommen wären um umsonst Bier zu bekommen, sie haben uns in deren Sprache beleidigt und man hat uns gesagt dass wir deren Tag vermiest haben. Wie schon so oft zuvor haben wir empört den Laden verlassen. Unser Tuk Tuk vor der Tür war plötzlich verschwunden und es war mittlerweile dunkel geworden. Die Leute aus dem Laden sind und nach draußen gefolgt, haben weiter auf thailändisch geflucht und sich eine Zigarette angesteckt. Als wir gefragt haben wo unser Tuk Tuk sei, haben die gesagt dass es nur tanken ist. Wir haben den Leuten natürlich kein Stück mehr vertraut und ich habe meine Feuste schon geballt gehabt aus Angst dass man uns gleich versuchen würde auszurauben. Ein Mann, welcher angeblich der Chef gewesen sein soll, hat uns dann nochmal in den Laden reingedrängt um uns nochmals ein besseres Angebot zu machen, weil wir "very good friend" waren. Und nochmals haben wir nein gesagt und sind wieder hinaus gegangen. Nun war zum Glück auch unser Tuk Tuk wieder da und der Mann hat uns nach Hause gefahren. Nach so vielen Erfahrungen an unserem ersten Tag in Bangkok waren wir verdammt erschöpft und sind nach einer Mahlzeit auch gleich schlafen gegangen.

Vom betrügerischen Tuktuk-Fahrer am frühen Morgen aufgegriffen

Standing Buddha - Der Buddha leuchtet schon während es unter den Dächern noch dunkel ist.

Die Füße sind alles was man unter den Dächern sehen kann


Nudeln als einfaches aber billiges Frühstück

Mehr Fische als Wasser...

Snacks und kühle Getränke vom Händlerboot


Siam Center

Lennert im Anzugladen

Khao San Road bei Nacht

Ankunft in Bangkok

Mit einem riesen Schädel, roten Augen und ner Fahne bis nach Meppen haben wir es tatsächlich mit unserem ganzen Gepäck bis zum Flughafen geschafft. Und von hier war alles sehr einfach und angenehm. Da wir mit Virgin Australia geflogen sind war der Transport für unsere Surfboards vollkommen umsonst! Wenn das mal nicht eine hammer Fluggesellschaft ist. Am Flughafen haben wir uns dann was für den Magen geholt und konnten in aller Ruhe auf unseren Flieger warten. Der Flug nach Bangkok hat etwa 6 Stunden gedauert, welche wir natürlich so durchgeschlafen haben sodass wir dann auch sehr schnell da waren.
Der Flughafen in Bangkok war riesig! Aus dem Flieger ausgestiegen mussten wir erst einmal eine gute Weile laufen bis wir bei der Immigration angekommen waren. Unser erster Eindruck hier am Flughafen war jedoch sehr negativ. Die meisten Leute waren hier sehr unfreundlich und die wenigsten, beziehnungsweise eigentlich niemand konnte hier richtig Englisch sprechen. Und das am Flughafen? Vom "Land des Lächelns" haben wir hier am Flughafen zumindest erst einmal nichts mitbekommen. Bei der Immigration hat man uns gefragt wo wir für die Nacht bleiben. Wir hatten noch nicht wirklich einen Plan wo wir schlafen würden und der Mann hat uns dann tatsächlich nicht durchgelassen. Ich habe ihn dann einfach den Namen einer Straße genannt, welchen ich einmal irgendwo zufällig aufgegriffen hatte. Die Khao San Road, eine der vielen Partymeilen in Bangkok, wo sich wohl die meisten Touristen rumtreiben. Das hat ihm dann auch gereicht und wir durften weiter zum Gepäck-Abholen gehen. Hier kam dann das nächste Problem als wir unsere Surfboards abholen wollten. Hierfür hatten wir extra eine Rechnung bekommen, welche bewies dass die Surfboards uns gehören, welche wir natürlich gleich vorgezeigt haben. Das hat dem Personal hier aber irgendwie nicht gereicht und als wir versucht haben mit denen Englisch zu sprechen haben sie sich nur wieder gegenseitig angeguckt und auf Thai geredet. Nach langem Warten und immer wieder Fragen hat es dann endlich doch geklappt. Beim Verlassen des Flughafengebäudes haben wir dann zum ersten Mal die unglaubliche stickige, schwüle und heiße Luft von Bangkok gefühlt. Es war Abends und die Sonne bereits fast untergegangen und trotzdem waren es noch 38 Grad. Die Hitze und das schwere Gepäck hat uns zu schaffen gemacht also haben wir uns so schnell wie möglich vorm Flughafen ein Taxi gesucht um uns zur Khao San Raod fahren zu lassen. Mit dem Taxi sind wir dann auf einer 8-spurigen Straße immer tiefer in die Hochhäuserschluchten von Bangkok hinein gefahren. Dies war ein ziemlich beeindruckender kleiner erster Eindruck der Stadt. Der Himmel war auf Grund des Sonnenuntergangs rot erleuchtet. Vorbei an im Smog liegenden Wolkenkratzern, goldenen Tempeln und zwischendurch immer wieder kleinen Holzhütten am Straßenrand in dem die vielen Einwohner Bangkoks wohnten. Besonders stark ist uns auch gleich der Straßenverkehr aufgefallen. Die Straßenmarkierungen werden nicht beachtet, sodass aus einer 4-spurigen Straße schnell mal 6 oder 7 Spuren werden. Autos sind meistens viel zu schwer beladen und nicht gesichert und oben drauf sitzen meistens noch eine Hand voll unterbezahlter Arbeiter. Die Schnellstraße in die Stadt hinein war wie eine Rennstrecke. Jeder versucht hier irgendwie zu überholen, besonders die vielen Roller und Motorräder finden ihren Weg überall hindurch. Als wir endlich bei der Khao San Road angekommen waren hat der Fahrer dann ein Tuch vom Amaturenbrett abgezogen, wo drunter das Taximeter versteckt gewesen war. Wir mussten 800 Baht für die Fahrt bezahlen, mit Taximeter wär es sicherlich deutlich weniger gewesen. Mit all unserem Gepäck mussten wir uns dann unseren Weg durch die Menschenmengen auf der Koah San Road bahnen. Die Straße ist voller betrunkener, hauptsächlich junger, aber auch alter Leute. Außerdem wird man alle paar Meter wieder von verschiedensten Händlern angequatscht, welche dich in eine Bar oder Restaurant reinlocken wollen, dir ein Taxi oder Tuk Tuk andrehen wollen, oder dir verschiedenste Sachen wie in Ballons abgefülltes Lachgas, gefakte Sonnenbrillen, Klamotten und Schmuck verkaufen wollen oder dir eine Ping-Pong-Show andrehen wollen. Bars und Clubs sind hier dicht aneinander gereiht die Musik dröhnt hier 24/7. Besonders ist mir eine Bar aufgefallen, welche mit dem Spruch "Extra strong drinks. WE DO NOT CHECK ID !" Werbung gemacht haben. Außerdem zerren die ganze Zeit kleine Kinder an dir und versuchen dir Rosen zu verkaufen. Es ist verdammt schwer die kleinen Kinder loszuwerden und endet meistens damit das die kleinen einen Boxen oder beißen und sich dann den nächsten zum nerven suchen. Ebenso schwer los zu werden sind die vielen Lady-Boys, welche dich darum bitten ihnen einen Drink zu spendieren und dich danach fragen ob sie mit zu deinem Hotel dürfen. Essen bekommt man überall, wenn man jedoch Geld sparen will geht man zu einer der Garküchen auf der Straße, wo es unter anderem Pad Thai, Crepes, Kebabs oder auch Stände mit gerösteten Marden, Kakalaken, Spinnen und Skorpionen gibt. Am anderen Ende der Straße haben wir dann ein für uns geeignetes Hotel gefunden, in einer kleiner Seitengasse, Abseits des ganzen Lärms. Für unser Zimmer bezahlen wir hier 500 Baht pro Nacht und haben unser eigenes Badezimmer, Ventilator und Klimaanlage und einige Kakalaken als unser privates Haustier inklusive. Nachdem wir uns im Zimmer etwas entspannt haben und uns geduscht haben, sind wir noch einmal losgezogen und über die Khoa San Road gestreift. In einer Parallelstraße haben wir uns von Anzugverkäufern anquatschen lassen und Lennert hat sich auch gleich einen anfertigen lassen. Sie haben seine genauen Maße genommen und er hat sich verschiedene Stoffe und Farben ausgesucht. Den Anzug hat er schon angezahlt und morgen soll er dann schon das ungefähre Modell anprobieren können. Mir waren die Händler zu aufdringlich und ich habe bei ihnen nichts gekauft. Anschließend sind wir auch gleich zurück zum Hotel. Die Klimaanlage haben wir Nachts dermaßen aufgedreht, sodass wir unter den hauch-dünnen Bettdecken gefroren haben und unsere Schlafsäcke rausgeholt haben.

Mittwoch, 14. Mai 2014

Byron Bay

Bevor wir tatsächlich in die Stadt Byron hinein kamen haben wir etwas außerhalb beim "Paradise 1" gehalten. Der Besitzer hat irgendwo in Asien irgendwie sehr viel Geld gemacht, frag mich nicht wie, und hat ein, auf einem Berg gelegendes, Luxushotel aufgekauft und zu dieser Kommune umgebaut. Das Grundstück ist ein riesiges tropisches Paradies und der Besitzer nutzt einen Golfcart um darauf herum zu fahren. Das Hauptgebäude ist ein altes Gebäude des Hotels und auch der Pool ist noch da. Heute wohnen hier nun also eine menge Hippies die ihr Essen hier selbst anpflanzen und alle eine Art große Familie bilden. Außerdem gibt es noch sehr große Pläne für diese Kommune. Im Moment plant man einen kompletten Tempel aus Holz zu bauen, welcher zum Meditieren dienen soll. Der Grund warum Zac hierher wollte war zum einen weil er einen Platz zum schlafen gesucht hatte und als Gegenleistung hier arbeiten wollte und zum anderen weil er sein altes Auto hier zurück gelassen hatte. Am Auto musste so viel repariert und erneuert werden dass es sich für Zac nicht mehr gelohnt hat und er es lieber für ein paar hundert Dollar verkaufen wollte um für einen Bus zu sparen. Nun wollte er noch einige Wertsachen (Gewürze, Shea-seeds etc.) aus dem Auto holen, aber da der Schlüssel verloren gegangen war hat er sein Auto mal eben aufgebrochen, indem er die Fahrertür einfach so weit verbogen hat bis er mit seinem Arm hinein passte und die Tür von Innen öffnen konnte.

Weiter ging es nach Byron in die Stadt hinein. Byron Bay hat eine extrem schöne Innenstadt. Es gibt vieles leckeres Essen, wie Eisdielen, Dönerläden, Pizzerien und natürlich einen Aldi, wieder wahnsinnig viele Surfläden und Klamottenläden und eine große Anzahl an Clubs und Bars. Rings um die Stadt herum gibt es eine Vielzahl an Stränden und Surfspots. Wir haben uns mit unserem Van auf einen Parkplatz direkt am Strand gestellt. Die ersten Nächte waren wir hier die einzigen aber nach einigen Tagen kamen immer mehr Leute die diesen Parkplatz für sich entdeckt hatten. Zac und noch viele andere Leute haben im Wald neben dem Parkplatz geschlafen. Zac hatte hier vor einigen Monaten schon einmal ein Camp aufgebaut, welches glücklicherweise immer noch da war. Ein paar andere Leute haben hier in Zelten und Hängematten geschlafen. Dazu gehörte neben Zac ein Israelisches Paar, ein deutsches Paar und Heath, ein etwas durchgeknallter Typ, mit dem wir uns aber ganz gut verstanden haben. In Byron war immer etwas los. In einer der ersten Nächte hat die Stadtbekannte Raggae-Night in der Gingerpig-Bar stattgefunden. Der Eintritt war frei und der Laden auf Grund der guten Livemusik proppe voll. In dieser Nacht haben wir auch die Freunde von Zac kennengelernt, auf wessen Hochzeit er eingeladen war und wir nach diesem Abend dann auch. Die Hochzeit hat direkt am nächsten Tag am Strand stattgefunden. Die Zeremonie haben wir aber leider verpasst, da wir nicht wussten an welchen Strand die Hochzeit stattfand also sind wir erst am Abend zu der Afterparty in der Buddah-Bar gegangen. Dies war eine nicht weniger verrückte Nacht als die davor. Sonst waren wir Abends immer sehr oft im Stadtpark am Strand, wo auch immer was los war. Jeden Abend haben wir Straßenkünstler Feuershows gezeigt und am Nachmittag standen hier Zirkusinstrumente wie Jonglierbälle, Einräder, Hoola-Hoop und vieles mehr frei zum üben zur Verfügung. Im Park hat man immer die verrücktesten Leute getroffen, welche meistens Einheimische waren. Ein Typ hatte immer Kopfhörer in den Ohren, auch wenn irgendwo anders Musik lief oder er sich versucht hat mit jemanden zu unterhalten und hatte immer ein verrücktes Grinsen im Gesicht. Es gab aber auch sehr traurige Persönlichkeiten, wie zum Beispiel das Mädchen welches immer nur an einer Flasche Kleber geschnüffelt hat, die in ihrem Ärmel versteckt war. Sie hat fast nie ein Wort gesprochen aber angeblich ist ihr Vater ein hohes Tier bei den Hells Angels. Am Strand waren jede Nacht immer viele Lagerfeuer, um welche zusammen Musik gespielt wurde und zusammen gefeiert wurde.
Nach dem wir nun seit einigen Tagen problemlos auf dem Parkplatz am Strand schlafen konnten, wurden wir eines Morgens von Rangern geweckt. Diese waren gar nicht gut drauf und haben uns anstatt ner Warnung gleich eine Fine von jeweils 110 Dollarn gegeben. Außerdem haben sie uns damit gedroht unsere Surfboards wegzunehmen wenn sie uns hier noch einmal sehen sollten. Wir waren nicht die einzigen die diesen Morgen ein Ticket bekommen haben. Auch unsere Nachbarn hatten eins bekommen, haben sich aber trotzdem dazu entschieden noch eine Nacht hier zu schlafen da sie am nächsten Tag eh weiter wollten. Sie haben einfach alle Fenster von ihrem Van verdeckt und die Türen abgeschlossen und so getan als ob niemand im Van schlafen würde. Der Ranger kam am nächsten Morgen natürlich wieder und hat für gut 15 Minuten mit seiner Taschenlampe durch die Fenster geleuchtet und wütend gegen die Tür gehämmert. Zum Ende soll er noch gerufen haben dass er einen Abschleppwagen anruft, aber das war zum Glück dann doch nicht passiert. Wir wollten lieber gleich auf Nummer sicher gehen und uns einen neuen Schlafplatz suchen. Die erste Nacht sind wir bis nach Lennox Heads, in den nächsten Ort gefahren. Wir sind erst wieder bei Nacht aufgebrochen sind also mal wieder im dunkeln gefahren und diesmal wär es uns tatsächlich fast zum Verhängnis geworden. Mitten auf der Straße saß ein Kangaroo und hat sich auch nicht von der Stelle bewegt. Ich bin voll in die Eisen gegangen uns hab es gerade so geschafft an dem Tier vorbei zu fahren. Nicht weniger leicht wurde es bei Dunkelheit einen guten Schlafplatz zu finden. Nach langer Suche haben wir einen Parkplatz direkt an einem See gefunden. Dieser Platz hat uns natürlich gefallen und wir waren auch zu müde um weiter zu suchen. Am nächsten Morgen, mal wieder von den Rangern geweckt worden, haben wir dann bemerkt dass wir direkt neben einem Campingplatz standen. Auffälliger ging es wohl nicht. Zum Glück haben uns die Ranger diesen Morgen wieder nur weggeschickt und wir sind zurück nach Byron. In der nächsten Nacht sind wir an der Buddahbar vorbei eine kleine Straße in einen Wald rein gefahren und dieser Platz war endlich sicher. Bis zum Ende konnten wir hier stehen bleiben ohne wieder verscheucht zu werden und der Platz war auch noch sehr Nahe der Stadt.
Der Surf hat in den letzten Tagen unseres Australien-Aufenthalts etwas nachgelassen, also sind wir mit Heath zusammen in den nicht weit entfernten Ort Nimbin gefahren um noch ein bisschen mehr von Australien zu sehen. Nimbin ist ein sehr schöner kleiner Ort in dem nur Hippies leben. In einem kleinen Laden im Ort haben wir eine Frau kennengelernt, welche aus Emden kommt und nun seit einigen Jahren in Australien lebt. Die ersten 5 Jahre war sie hier illegal, dann hat sie die Staatsbürgerschaft bekommen und lebt nun seit dem hier in Nimbin. Ihre Tante ist sogar Auricherin. Was ein Zufall. Nach unserem Tagestrip haben wir uns noch auf eine Wiese gesetzt um den Sonnenuntergang zu beobachten. Auf dem Feld vor uns saßen 2 Kangaroos. Als ich jedoch näher kommen wollte um ein Bild zu machen sind sie davon gehüpft. Als wir da dann so im Gras saßen und der Sonne bei untergehen beobachtet haben, ist Lennert plötzlich aufgesprungen und hat auf eine große schwarze Schlange gezeigt, welche nur wenige Meter von uns entfernt war und sich uns langsam näherte. Schnell sind wir wieder in unseren Van und sind zurück nach Byron gefahren. Viel mehr Zufall als die Emderin, die wir in Nimbin getroffen hatten, war, dass wir 2 Auricher Mädchen aus unserem Jahrgang getroffen hatten. Und das unabhängig von einander am gleichen Tag. Marthe und Helen wussten also nicht einmal voneinander dass sie beide in Byron waren. Helen war zuerst mit einem anderen Auricher am reisen, irgendwann hatten sie sich aber zerstritten und sie reist seitdem alleine. Marthe war für einige Monate in Melbourne wo sie gearbeitet hat und einen Australier kennengelernt hat mit dem sie jetzt zusammen rumtourt. Einen Tag später haben wir von den beiden über Facebook gehört, dass sie ihren 4WD-Geländewagen im Meer versenkt hatten, mit fast all ihren Wertsachen drinne.


Nimbin

Strand in Byron

Das Camp im Wald

Heath in seinem "Onesie"

Die 3 Wochen in Australien waren viel schneller um als erwartet. Byron Bay und die Leute hier war uns, wie fast jeder Ort wo wir bisher waren, richtig ans Herz gewachsen, aber irgendwann muss man eben immer Abschied nehmen. Zurück ging es also nach Sydney. Am ersten Tag sind wir wieder bis nach Port Macquire gefahren, weil wir von diesem Ort wussten dass man hier sicher schlafen konnte und es hier einen Aldi gab. Auf der Weiterfahrt Richtung Sydney, kam nun nach fast 3 Wochen, ohne einmal den Ölstand oder Kühlwasser gecheckt zu haben (und das sollte man jeden Morgen und bei jeder Tankstelle machen), was einfach kommen musste. Die Temperaturanzeigen sprangen plötzlich aus dem normalen bereich in einen sehr hohen Bereich. Überall im Van waren Warhinweise angebracht, dass wenn der Motor eine bestimmt Temperatur erreicht oder sogar überschreitet man sofort anhalten soll. Das haben wir auch getan und haben mitten auf dem Highway auf dem Seitenstreifen angehalten. Wir haben den Motor abgestellt und haben die Zeit um ihn abzukühlen für ein Nickerchen genutzt. Als wir nach einer halben Stunde weiter fahren wollten, sind die Anzeigen sofort wieder ganz nach Oben gesprungen. Wir haben die nächste Abfahrt von Highway genommen und zu unserem Glück war hier eine Werkstatt! Zusammen mit dem Mechaniker haben wir den Ölstand gecheckt. Mit großen Augen hat der Mann auf den Messstab geguckt und hat sich mit dem Wort "Jesus" einfach nur verstört von uns abgewendet um Öl zu holen. Auf dem Messstab war kein bisschen Öl zu erkennen. Der Mechaniker meinte, wenn wir nur einige Meter weiter gefahren wären, wär uns der Motor in die Luft geflogen. Nach wieder auffüllen des Öls hat der Motor aber immer noch überhitzt und wir sind gleich wieder zur Werkstatt umgekehrt. Der Mechaniker hat noch mal einen genaueren Blick auf den Motor geworfen und bemerkt dass unser Fanbelt gerissen war. An einer Telefonzelle haben wir die "Wicked"-Helpline angerufen und man hat uns gesagt dass wir den Schaden reparieren lassen sollen, uns eine Rechnung schreiben lassen sollen und von ihnen dann das Geld zurück bekommen werden. Die Reparatur hat etwa 100 Dollar gekostet und 1 Stunde gedauert, bevor wir weiter fahren konnten. Nach Sydney haben wir es heute, auf Grund der Komplikationen, nicht mehr geschafft, also haben wir noch in einem Ort "The Entrace" gehalten und hier wieder bei einer I-Site übernachtet. Wie abgemacht waren wir am Dienstag Nachmittag pünktlich zurück beim Wicked-Händler um den Van zurück zu geben. Hier haben wir uns direkt noch einen Staubsauger ausgeliehen um den Van aufzuräumen um so einer 200 Dollar Fine zu entgehen. In den letzten zwei Tagen in Sydney sind wir zu dem beiden Stränden "Bondi Beach" und "Manly" gegangen um hier noch ein letztes mal zu surfen. Bondi war überraschend gut Manly allerdings ziemlich schlecht. Am Mittwoch Abend waren wir mit ein Paar Leuten aus unserem Hostel bowlen und mit den selben Leuten waren wir dann am Donnerstag Abend am Kings Cross feiern. Lennert hatte ein wenig zu viel und dem entsprechen war dann auch der Kater den er am nächsten Morgen um 6 hatte, als wir aufstehen mussten um unseren Flug nach Bangkok zu bekommen.
 

Roadtrip nach Byron Bay

Wir hatten es also tatsächlich so geschafft, wie wir gehofft hatten. So schnell es nur ging waren wir aus Sydney raus, hatten einen Van in dem wir schlafen konnten und wir hatten unsere Surfboards! Was möchte man mehr? Wir waren also auf dem Weg Richtung Norden, hatten aber noch nicht wirklich eine Vorstellung wo wir hinwollten, bis wir durch New Castle gefahren sind. Am Straßenrand vom Highway stand ein Hitchhiker, welcher uns sehr sympatisch aussah und wir haben ihn mitgenommen. Sein Name war Zac und er kommt aus einer kleinen Stadt, welche sich mitten in einem Nationalpark in der Nähe von Sydney befindet. Zac ist ein richtiger Hippie und die gelassenste und enspannteste Person, die ich jemals getroffen habe. Zac lebt auf der Straße, und verdient sein einziges Geld mit basken. Auf der Straße spielt er Digeridoo und widmet sich dem Beatboxen. Wenn er an einem Tag mal kein Geld macht, hat er einfach mal nichts zu essen, aber das stört ihn auch nicht weiter. Er lebt zudem auch extrem Gesund. Er ist hauptsächlich Sachen aus einem Health-Store oder Früchte welche er irgendwo gepflückt hat. In seinem Rucksack, hat er außer Klamotten, eine kleine Plane unter der er Nachts schläft, einen winzigen Kochtopf, einen Spreaker und Mikrofon zum Beatboxen, einiges an Essen wie reines Kakaopulver, Reis, viele Gewürze und Shea-Seeds (Samen welche den Hunger stillen, wenn man sie mit Wasser trinkt, und eine Termoflasche, welche durch einen Filter jedes Wasser trinkbar macht. Zac war auf dem Weg zu einer Hochzeit von einem Freund in Byron Bay. Da wir bereits vorher gehört hatten, dass dies eine Surfer-Stadt sein soll, ähnlich wie Raglan in Neuseeland, haben wir ihn gesagt, dass wir ihn bis zum Ziel nach Byron bringen werden. Byron war jedoch noch relativ weit entfernt also haben wir uns dazu entschieden ein paar Stops auf dem Weg einzulegen. Neben unserem Gepäck und Surfboards hat es Zac also hinten in unserem Bus bequem gemacht und hat uns mit seinem Digeridoo und ein wenig Beatboxen überraschend gut unterhalten. Momentan wird es schon sehr früh dunkel in Australien (ca. 6 Uhr) und ich war auch schon müde vom fahren also haben wir im nächsten großen Ort, Port Macquire, Direkt am Town-Beach haben wir eine I-Site gefunden, wo auch einige andere Campervans standen, also haben wir uns einfach mal dazu gestellt. Während Zac sein Camp auf einer Wiese aufgeschlagen hat, haben wir uns Abendessen hinten in unserer kleinen Küche im Van gekocht. Überall um uns herum in den Bäumen konnten wir Papageien beobachten. Als es dunkel wurden kamen zudem noch Fledermäuse, welche jedoch viel größer waren als welche in Deutschland. Als wir am nächsten Morgen aufgestanden sind, sind wir bevor wir aufgebrochen sind noch surfen gegangen. Es waren ziemlich gute Wellen, jedoch waren viel zu viele Leute im Wasser. Nach der Surfsession am Morgen sind wir noch zu einem Koala-Krankenhaus gefahren, welches das einzige in der ganzen Welt ist. Hier konnten wir einige Koalabären beobachten, was jedoch nicht all zu spannend war, da sie den ganzen Tag nichts anderes machen als zu essen, zu schlafen und sich am Hintern zu kratzen. Weiter ging es nach Yamba, wo angeblich auch guter Surf sein sollte. Für heute war es jedoch schon zu spät da es schon wieder dunkel war als wir ankamen und wir uns gleich einen Schlafplatz gesucht haben. Am nächsten morgen wurden wir zum ersten Mal von einem Ranger geweckt. Zum Glück hat er Zac in seinem Zelt nur eine Warnung gegeben und uns hinfort geschickt. Als wir aus der Stadt raus waren haben wir an einem Zuckerrohrfeld gehalten und uns einige Stangen abgebrochen um diese zu essen. Es schmeckt einfach nur nach Zucker und wir geben dann doch lieber ein paar Cent bei Aldi für deutlich besseres Essen aus, aber für jemanden wie Zac ist das eine ganz gute Alternative. Weiter bis nach Byron Bay war es nun nicht mehr weit, also sind wir so durch gefahren. Kurz vor Byron kamen wir durch eine Polizeikontrolle. Natürlich war es nicht erlaubt, dass eine weitere Person hinten auf unserem Bett saß. Zac hat sich unter all unserem Kram hinten vergraben und wir hatten auch Glück und wir konnten weiter bis nach Byron fahren.



Papagaien


Frühstück

Unser Van

Koala-Hospital

Zac wird vom Ranger geweckt

Zuckerrohr als zweites Frühstück